Eurofighter verhandelt über Kostenrabatt

18. April 2007, 10:07
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Konzernsprecher bestätigt Gespräche - Jet-Stückzahl sei aber nicht veränderbar

Wien - "Eine Reduktion der Stückzahl der Eurofighter kommt nicht infrage, wir verhandeln aber über eine Kostenreduktion", bestätigte der Konzernsprecher der Eurofighter GmbH, Wolfdietrich Hoeveler, am Sonntag dem Standard. "Wenn ein Auftraggeber auf uns zukommt, werden wir nie sagen: Nein, darüber reden wir nicht. Insofern stehen wir natürlich zur Verfügung."

Die SPÖ und Verteidigungsminister Norbert Darabos setzen nach wie vor auf einen Ausstieg. Am Montag soll die Expertise des Zivilrechtsexperten Helmut Koziol, der das Eurofighter-Geschäft bis hin zu einem möglichen Ausstieg prüfen soll, vorliegen. Darin soll laut Darabos vor allem die Rolle des vorläufig suspendierten Airchiefs Erich Wolf beleuchtet werden. Dessen Frau hatte ja bekanntlich von EADS-Lobbyist Erhard Steininger eine "Vorauszahlung" von 87.600 Euro erhalten, ohne dafür bisher Gegenleistungen zu erbringen - laut Eurofighter-Gegnern möglicherweise die lang gesuchte "rauchende Pistole".

Wolf selbst wies am Samstag alle Vorwürfe zurück. Von den Geldflüssen seines Freundes und Trauzeugen Steininger an seine Frau habe er nichts gewusst. Rätselhaft sind ihm auch die Gründe für seine Suspendierung durch Darabos. Jüngste Vorwürfe, Steininger habe bei einem von ihm organisierten Golfturnier das Buffet gesponsert, ließ er nicht gelten: In dieser Sache habe er "überhaupt kein Unrechtsbewusstsein".

Neue "Ungereimtheiten" ortete indes der SPÖ-Fraktionsvorsitzende im Eurofighter-Ausschuss, Günther Kräuter. Demnach würden derzeit große Summen im Steuerakt Steiningers fehlen. Stelle man die mittlerweile bekannten Ausgaben Steiningers an die Firma des Ehepaares Erika und Gernot Rumpold seinen gesamten Eingängen von EADS und der Eurofighter GmbH der Jahre 2002 und 2003 gegenüber, dann ergebe sich "ein sattes Minus von rund 400.000 Euro", rechnet Kräuter vor. Er verlangt von Hoeveler, der am Mittwoch im U-Ausschuss geladen ist, "lückenlos Rechnungslegung".

Für Aufregung sorgte am Wochenende das Bekanntwerden einer finanziellen Unterstützung des Fußballklubs Rapid Wien durch den Eurofighter-Mutterkonzern EADS. ÖVP und BZÖ wollen Rapid-Präsident und Ex-SPÖ-Finanzminister Rudolf Edlinger vor den Untersuchungsausschuss laden. Dieser überlegt eine Klage gegen Maria Fekter (ÖVP). Der ehemalige FPÖ-Kommunikationschef und enge Vertraute von BZÖ-Chef Peter Westenthaler, Kurt Lukasek, rechtfertigte Zahlungen von Steininger in der Höhe von 28.500 Euro inzwischen damit, er sei nach seinem Ausstieg aus der Politik als Konsulent für den Waffen-Lobbyisten tätig gewesen. (APA, tó)

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