Unterschätzte Strahlen

26. Juli 2007, 13:04
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Experte kritisiert hohe Zahl an CT-Unter­suchungen - Strahlen­belastung bei Computertomographie wird unterschätzt - Unwissenheit bei Ärzten

Bochum - Jeder dritte Arzt unterschätzt laut einer Studie die Strahlenbelastung im Computertomographen (CT). Dieser hat die 100- bis 1.000-fache Strahlendosis einer normalen Röntgenaufnahme, wie der Radiologe Christoph Heyer von der Ruhr-Universität Bochum erläutert. Zurzeit bestehe eine gewisse Sorglosigkeit, und es würden zu viele CT-Untersuchungen angemeldet, kritisiert der Experte.

Befragung von Ärzten

Bei einer Befragung von 119 Ärzte aus Chirurgie, Innerer Medizin, Anästhesie und Neurologie des Uniklinikums hätten 72 Prozent die CT-Strahlendosis unterschätzt, informiert Heyer. Im Detail hätten nur 33,6 Prozent der Ärzte angeben können, wie hoch beispielsweise die Strahlenbelastung einer CT im Brustraum bei Erwachsenen sei.

Laut Heyer müssten Medizinstudium und radiologische Fortbildungsmaßnahmen Ärzte aller Fachrichtungen stärker für die enorme Strahlenbelastung sensibilisieren. Ersetzen lasse sich die CT in vielen Bereichen zwar nicht, es gebe aber Ansätze, vermehrt auf Ultraschall und Kernspintomographie auszuweichen, die den Patienten keiner ionisierenden Strahlung aussetzten. (APA/AP)

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