Zweischneidiges Vergnügen

19. April 2007, 12:05
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Gartenscheren: Per-
fektionisten haben für jedes Gewächs eine eigene, Ignoranten kappen Äste und Grashalme mit denselben Klingen. Wer weder das Eine noch das Andere tut, ist mit klassischen Gartenscheren kostengünstig und gut bedient

O.K. Bypass Gartenschere € 5,99 (Baumax)
Wer billig kauft, kauft teuer - bei Werkzeug üblicherweise besonders. Eine Ausnahme von der Regel ist die Gartenschere der Baumax-Eigenmarke: Mit deutlichem Preisabstand zur renommierten Konkurrenz hat das schwarz-gelbe Modell im Test unerwartet gut abgeschnitten. Zu kritisieren sind nur Kleinigkeiten, etwa dass die aufgerauten Kunststoffgriffe mangels Loch oder Schlaufe keine Möglichkeit zum Aufhängen der Schere bieten - läppisch, aber mitunter lästig. Außerdem lässt sich der innen respektive links angebrachte Metallhebel zum Arretieren der Klingen mit dem Daumen nur schwer bewegen. Dafür ist er stabiler als seine Plastikkollegen. Die O.K.-Schere gibt's nur in Einheitsgröße, die Spannweite ist daher beträchtlich, trotzdem hält sich der Kraftaufwand in Grenzen. Und das Wichtigste: Die Schnittleistung lässt selbst nach zehntägigem Intensiveinsatz in einem frühjahrsverwucherten Garten nichts zu wünschen übrig. 9,0 Punkte

Wolf Garten 2-schneidige Gartenschere Classic € 10,99 (Baumax)
Vorweg: Die Qualitätsmarken bieten natürlich eine Vielzahl von Gartenscheren an; die getestete stellt jeweils das untere Ende der Preis- und Leistungsskala dar. Trotzdem liegen die Klassiker irgendwie professioneller in der Hand als No-name-Produkte und überzeugen mit dauerhafter Schnittqualität. Die roten Griffe des robusten Modells von Wolf Garten bannen mit teilweise aufgerauten Flächen die Flutschgefahr, und ein großes Loch am einen Griffende erlaubt ein leichtes Aufhängen der Schere. Vorteilhaft ist auch ihr Verschluss: Der Plastikschieber zum Fixieren der Messer sitzt mittig zwischen Klinge und Obergriff und eignet sich damit gleichermaßen für Rechts- und Linkshänder. Vorausgesetzt, sie haben Kraft im Daumen, ansonsten braucht man schnell einmal die zweite Hand. 9,0 Punkte

Gardena Classic Gartenschere 190 (600) € 15,99 (Baumax)
Beim Gardena-Klassiker fällt es mir schwer, den vergleichsweise stolzen Preis zu verstehen. Sicher, diese Schere ist ein Qualitätsprodukt, sie liegt mit ihren glatten, CI-türkisen Griffen (mit Aufhängöse) angenehm in der Hand und schneidet anstandslos. Der Vorteil, ein Leichtgewicht (162 Gramm) zu sein, wird von der relativ strengen Federeinstellung ausgeglichen, die selbst beim Schneiden von Luft Widerstand erzeugt. Und den wie üblich innen angebrachten, orangen Schieber zur Messerfixierung können kleinere Hände nur mit Mühe erreichen, Linkshänder tun sich noch schwerer. 7,5 Punkte

Starkl Gartenschere € 4,99 (Gärtner Starkl)

Dass der Gärtner Starkl selbst mit seiner Gartenschere schneiden würde, bezweifle ich. Das billigste Modell im Test ist - na ja, billig eben. Das fängt mit den pickigen, roten Plastikgriffen (natürlich ohne Aufhängevorrichtung) an, die so weit auseinanderragen, dass es ziemlich großer Pratzen und entsprechender Kraft bedarf, sie zu handhaben. Die feste Feder quietscht schon beim ersten (Luft-)Schnitt, und der kleine, innen befindliche Plastikhebel zum Arretieren der Messer lässt sich zwar leicht bewegen, aber seine Haltbarkeit? Als einzige Gartenschere im Test verzichtet dieses Modell auf Antihaftbeschichtung des oberen Messers, und das untere ist aus zwei Teilen senkrecht zusammengenietet. Sieht irgendwie gepfuscht aus. Trotzdem war die Schnittleistung ganz okay, zumindest während der zehntägigen Testphase. 4,0 Punkte (Marie-Thérèse Gudenus, DER STANDARD, Printausgabe 13.4.200/)

Jeder Test spiegelt die persönliche Erfahrung der Autorin wider. Punkte: 10=Top, 0=Flop
  • Nicht nur zum Rosen schneiden...
    foto: photodisc

    Nicht nur zum Rosen schneiden...

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