Salzarme Zeiten in den Suppentöpfen

12. April 2007, 20:38
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Nestlé listet den Geschmackssinn aus: Salzgehalt um ein Viertel niedriger

Wien - Die Suppentests fänden "blind" statt, schildert Ingrid Ranner, Nutrition Champion - so die Bezeichnung für den führenden firmeninternen Ernährungsexperten - bei Nestlé Österreich, Testesser, die aus dampfenden Schüsseln kosten, "doch ob sich darin ein herkömmliches Produkt oder ein salzreduziertes befindet, wissen sie nicht. Sie sollen nur sagen, welche Suppe ihnen am besten schmeckt".

Die Richtung sei klar: "In allen Maggi- und Knorr-Produkten, in allen Fertigmenüs soll der Salzgehalt bis 2010 um ein Viertel niedriger als 2002 sein", sagt die Ernährungswissenschafterin. So niedrig, dass ein durchschnittlicher Esser - einer, der isst, was sich im Warenkorb befindet - maximal sechs Gramm Salz pro Tag aufnimmt.

Langsamer Wandel

So empfiehlt es die Weltgesundheitsorganisation WHO, "weil ein gewisser Prozentsatz der Menschen auf Salzkonsum mit erhöhtem Blutdruck reagiert", sagt Ranner. Doch der Geschmacksinn ist ein eingefleischter Konservativer: Der Salzgehalt des Essens müsse in kleinen Schritten reduziert, Ersatzwürze durch Kräuter in kleinen Dosen hinzugefügt werden, um langen Gesichtern - samt Abkehr vom Nestlé-Produkt - vorzubeugen.

Dasselbe, so Ranner, gelte für Transfette etwa in Backwaren oder in Suppenwürfeln, die das schädliche LDL- auf Kosten des "guten" HDL-Cholesterins im Blut mehren. Auch hier steht bei Nestlé, aber ebenso bei Fastfood-Anbietern, die WHO-Vorgabe von drei Gramm Fett pro Tag und Mensch im Fokus.

Ums Kaloriensparen geht es bei der Zuckerreduktion. Dafür hat man bei Nestlé die Erfahrung gemacht, "dass es besser ist, leicht gesüßte als ungesüßte Speisen anzubieten, weil sonst nachgesüßt und im Endeffekt noch mehr Zucker gegessen wird", stellt Ranner fest. (Irene Brickner, DER STANDARD print, 13.4.2007)

  • Ingrid Ranner: "Im Mittelpunkt steht weiter der Geschmack."
    foto: standard/regine hendrich

    Ingrid Ranner: "Im Mittelpunkt steht weiter der Geschmack."

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