Eigentum in Wien stark verteuert

12. April 2007, 16:43
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Preisschub vor allem in der Inneren Stadt und in der Donau-City – Baugrundstücke in Top-Lagen sind bereits Mangelware

Wien – Die Preise für gebrauchte Wiener Eigentumswohnungen sind im Vorjahr massiv gestiegen. Während sie sich Anfang des Jahrzehnts leicht verbilligten und von 2000 bis 2005 insgesamt nur um fünf Prozent teurer wurden, kosteten sie im 1. Halbjahr 2006 bereits um elf Prozent mehr als 2000 und im zweiten Halbjahr schon um 15,6 Prozent mehr. Diese Zahlen präsentierte die Austria Immobilienbörse (AIB) gemeinsam mit der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) am Donnerstag.

Bei neuen Eigentumswohnungen hatte es im ersten Halbjahr 2006 ebenfalls eine "Preisexplosion" gegeben, im zweiten Halbjahr stiegen die Preise dann nur noch unwesentlich. Im Schnitt kostete eine neue Eigentumswohnung Ende 2006 3.446 Euro pro Quadratmeter. Der Medianwert (d.h., die Hälfte der Verkäufe über, die andere Hälfte unter diesem Wert) lag bei 3.107 Euro.

In den Bundesländern legten die Preise für neues Eigentum um über fünf Prozent zu, der Quadratmeter kostete im zweiten Halbjahr 2006 im Schnitt 2.762 Euro. Gebrauchtes Eigentum wurde in den Bundesländern im selben Zeitraum lediglich um rund 1,5 Prozent teurer, der Mittelwert lag bei 1.571 Euro/m² (Median: 1.481 Euro). In Wien kosteten gebrauchte Eigentumswohnungen im zweiten Halbjahr 2006 im Mittel 2.117 Euro/m², der Median lag bei 1.891 Euro/m².

Preisschub im 1. Bezirk

Die Preise für gebrauchte Eigentumswohnungen stiegen vor allem im ersten Bezirk rasant, der Zuwachs lag in den letzten Jahren um fast 16 Prozent über dem Wiener Durchschnitt. Diesen Preisschub machten vor allem hochwertige Dachgeschoß-Ausbauten aus, erklärte AIB-Präsident Thomas Schwarz. In diesem Segment sei die Preisentwicklung auch "noch nicht abgeschlossen", so Schwarz.

Ein weiterer "Boom-Bezirk" sei die Donaustadt (22.). Hier gebe es vor allem rund um die "Donau-City" in Kaisermühlen eine "extreme Nachfrage" nach hochwertigen Wohnungen, wofür neben den dort ansässigen internationalen Organisationen (UNO) die Errichtung neuer Bürohochhäuser gesorgt habe.

Teilweise recht stark nach unten entwickelten sich die Preise für gebrauchtes Eigentum unter anderem in den Bezirken Simmering (-7,5 Prozent) und Penzing (-9,78 Prozent). TU-Professor Wolfgang Feilmayr, der den Index im Auftrag der AIB erstellte, nannte dafür als möglichen Grund eine steigende Fluglärm-Beeinträchtigung.

Kaum noch Baugründe in Top-Lagen

Bei Wiener Einfamilienhäusern gebe es enorme Verteuerungen aufgrund eines immer knapper werdenden Angebots, so Schwarz. Sowohl beim Eigentum als auch bei gemieteten Objekten habe es hier Preissteigerungen von rund sechs Prozent gegeben.

Die Preise für Wiener Baugründe sind im Großen und Ganzen im Sinken begriffen. Allerdings gebe es in den Top-Lagen mancher Bezirke kaum noch Baugründe; hier werden absolute Top-Preise von bis zu 1.300 Euro/m² erzielt, berichtete Schwarz.

In Wien gingen die Grundpreise um 2,5 Prozent zurück, der Mittelwert lag im zweiten Halbjahr 2006 bei 407 Euro/m², der Median bei 341 Euro. In den Bundesländern seien die Preise für Baugrundstücke um ca. zwei Prozent gestiegen, der Median von 90 Euro/m² könne als "Richtwert für Österreich insgesamt" angesehen werden, so Feilmayr. (Martin Putschögl)

  • In der "Donau-City" im 22. Bezirk sorgte die Errichtung neuer Bürohochhäuser auch für einen starken Nachfrageschub bei Eigentumswohnungen.
    foto: derstandard.at/putschögl

    In der "Donau-City" im 22. Bezirk sorgte die Errichtung neuer Bürohochhäuser auch für einen starken Nachfrageschub bei Eigentumswohnungen.

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