Ohne rechtzeitige Vorsorge blind & taub

26. Juli 2007, 13:04
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Ein Drittel der Erblindungen in Österreich wegen mangelnder Vorsorge - Hilfswerk startet Info-Tour

wien (APA) - Täglich erblinden in Österreich ein bis zwei Menschen - oft nur deshalb, weil sie sich nicht untersuchen und behandeln haben lassen. Einem Drittel aller insgesamt 75.000 Patienten mit schweren Sehbehinderungen hätte dieses Schicksal durch rechtzeitige Kontrolle und Therapie erspart bleiben können, meinte Augen-Spezialistin Ulrike Stolba von der Rudolfstiftung in Wien.

Schwerhörigkeit früh behandeln

Bis zu 600.000 Menschen in Österreich sind hörbeeinträchtigt, sagte Charlotte Rottensteiner-Grohsmann vom Donauspital SMZ-Ost. Nur ein Viertel davon trage ein Hörgerät. Ein solches zu verwenden, sei hier zu Lande noch unpopulär. Je länger eine Erkrankung unbehandelt bleibe, desto weniger gut seien jedoch die Chancen auf Besserung, warnte die HNO-Spezialistin. Schwerhörige würden zudem Gefahr laufen, in die soziale Isolation abzugleiten. Weil sie sich nicht nachzufragen trauen, ziehen sie sich immer mehr zurück.

Einfache Tests zur Früherkennung

Für Schwerhörigkeit und Augenerkrankungen gebe es allerdings einfache Früherkennungstests, appellierten die Ärztinnen. Besondere Vorsicht gelte für Zuckerkranke: Diabetes sei in den westlichen Ländern die häufigste Erblindungsursache, berichtete Stolba.

Info-Kampagne startet

Mit der Info-Kampagne "Pflege betrifft. Vorsorge hilft. Hinhören. Hinsehen. Handeln." will das Hilfswerk durch Österreich touren und die Bevölkerung zu Themen rund um das Älterwerden beraten. Auf insgesamt 80 Stationen im ganzen Land können sich Interessierte einem Gesundheits-Check und einem Hör-Test unterziehen. Zudem soll es eine Fachtagung geben.

Verbesserte Lebensqualität

Umfassende Information und rechtzeitige Inanspruchnahme professioneller Hilfe seien sehr wichtig, meinte die Schirmherrin der Aktion, Ingrid Turkovic-Wendl. Wer sich rechtzeitig rüste, habe im Alter noch viel Lebensqualität, so die ehemalige Weltklasse-Eiskunstläuferin. Mit der Initiative wolle man einen Beitrag zur Verbesserung der gesundheitlichen Vorsorge leisten, sagte Hilfswerk-Präsident Othmar Karas. "Unser Ziel ist es, möglichst viele Menschen dazu zu bewegen, zu den Fachärzten und Fachinstituten zu gehen und sich testen zu lassen." (APA)

Die Hilfswerk-Infotour...
...startet am 20. April in Graz.
Endstation ist am 18. November in Klagenfurt.

Ein Info-Paket zum Thema "Hören und Sehen" kann ab sofort kostenlos unter der Telefonnummer 0800 800 820 angefordert werden.

Weitere Informationen: Hilfswerk

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