US-Studie stellt im Laborversuch einen gewissen Sinn für Gleichheit in der menschlichen Natur fest
Washington - In jedem Menschen steckt einer US-Studie zufolge ein "Robin Hood", denn ein gewisser Sinn für Gleichheit liege in der menschlichen Natur, sagte Politologe James Fowler von der Universität von Kalifornien in San Diego. Der so genannte "Robin-Hood-Impuls" sei auch einer der wichtigsten Gründe, warum Menschen mehr als andere Lebewesen zusammen arbeiten. Die Ergebnisse der Studie mit 120 Studenten der Universität seien allerdings nicht automatisch auf andere Gesellschaften und Länder übertragbar, sagte Fowler. Eine universelle Sehnsucht nach Gleichheit sei aber abzulesen, so der Forscher, dessen Studienergebnisse in der aktuellen Ausgabe des Magazins "Nature" publiziert wurden.
Die Wissenschafter hatten für ihr Experiment extra ein Spiel entwickelt: Sie teilten die Studenten in Gruppen von vier Personen ein und wiesen jedem einen bestimmten Geldbetrag zu. Den Teilnehmern wurde gesagt, wie viel die anderen Gruppenmitglieder erhalten hatten. Danach konnten sie den Betrag der anderen Mitspieler steigern oder senken. Etwa 70 Prozent der Spieler hätten sich wie "Robin Hood" verhalten. Sie nahmen zumeist das Geld des reichsten Mitspielers, um es dem ärmsten zu geben, sagte Fowler. Es habe sich gezeigt, dass selbst Spieler, denen zuvor Geld weggenommen wurde, in späteren Spielrunden auf eine gleichmäßige Verteilung bedacht gewesen seien.
(APA/Reuters)