Printmedien übertragen Markenkraft ins Internet

12. April 2007, 16:30
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VÖZ-"Print Akademie" stellte crossmediale Erfolgskonzepte vor - Zeitungen und Magazine können Stärken auch online voll ausspielen

Die gezielte Kombination von Printmedien mit deren Internetangeboten bringt nachhaltige crossmediale Kampagnenerfolge. Das ist das Fazit der Print Akademie des Verbandes Österreichischer Zeitungen (VÖZ) mit 130 Teilnehmern am 12. April im Tech Gate Vienna, bei der das Thema sowohl aus der Sicht der Medienforschung wie auch beispielhaft anhand von Konzeptionen von Agenturen, Kunden und Medienhäusern beleuchtet wurde.

Printmarken übertragen ihre Markenkraft ins Internet. Und die Zeitungen und Magazine können, wie Untersuchungen der Berliner Strategieagentur "diffferent" zeigen, ihre wichtigsten Stärken auch auf ihren Websites voll ausspielen. Hochwertigkeit, Vertrauenswürdigkeit und Aktualität sind jene wesentlichen Bewertungskriterien für Internetangebote, die auch die Stärke der Zeitungen und Magazine ausmachen, betonte Melanie Krause, Unitleiterin bei "diffferent".

Online-Angebote von Print haben die Nase vorn

Die Zeitungen und Magazine transferieren ihre journalistische Kompetenz auch ins Internet, die Online-Angebote von Printmedien werden deutlich besser bewertet als andere Websites, wurde bei den Untersuchungen deutlich. Auch im Vergleich zu den Internetangeboten der Fernsehanstalten wurden die Printsites überwiegend besser beurteilt lediglich beim Thema Aktualität liegen Print- und TV-Angebote im Netz gleichauf. Außerdem schaffen crossmediale Kampagnen hohe Aufmerksamkeit und eine bemerkenswerte Zuwendung zu den Inhalten.

Grundlage für die Wirkungserfolge crossmedialer Kampagnen ist der Media-Mix-Gedanke, wie Karina Pelzl, Media Services Grouphead bei der Mediacom Vienna und Marcella Atria, Managing Director Online bei Beyond Interactive, aufzeigten. Einerseits baut integrierte Kommunikation effizient große Reichweiten auf, andererseits spinnt sie ein Netz rund um den Konsumenten und erreicht ihn so auf den unterschiedlichsten Rezeptionsebenen. Wird Crossmedia als multimediale und multirezeptive Kommunikation verstanden, dann führt es zum Erfolg, so die beiden Werberinnen.

Chemie-Riese BASF steigerte crossmedial sein Image-Profil

Wie crossmediale Kampagnen wirkungsvoll umgesetzt werden können, zeigte Anja Manouchehri vom Hamburger Spiegel-Verlag am konkreten Beispiel einer integrierten Kampagne im Jahr 2004 für den Chemie-Konzern BASF auf. Die Kampagne, welche sich an eine meinungsbildende Öffentlichkeit richtete, wurde im "Spiegel" und im "Manager Magazin" sowie auf den Websites der beiden Magazine geschaltet. Eine anschließende Befragung zeigte handfest, dass es durch die crossmediale Verknüpfung beider Medienkanäle zu gegenseitigen Verstärkereffekten gekommen ist und dass das Markenimage deutlich verbessert werden konnte. Auch "Die Zeit", so Benjamin Minack vom Hamburger Verlagshaus, setzt auf die Verknüpfung von Inhalten in Print und im Internet, weil sich durch die starke Print-Marke ein effektives crossmediales Angebot gestalten lässt.

"ÖWA plus" setzt neue Impulse

Für die Mediaplanung zählbar werden die Internetangebote der österreichischen Printmedien durch die "ÖWA plus", die in Kürze die ersten Zahlen veröffentlichen wird. Stephan Thurm, Präsident der Österreichischen Webanalyse (ÖWA) und Geschäftsführer Marketing/Verkauf beim Vorarlberger Medienhaus erläuterte den Teilnehmern, wie künftig soziodemografische Daten zu den Internetnutzern zur Verfügung stehen werden und welche Vorteile sich daraus für Marketing und Mediaplanung ergeben. Durch die "ÖWA plus" werde, so Thurm, auch ein wesentlicher Impuls für den österreichischen Online-Werbemarkt gesetzt. (red)

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VÖZ
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