Mediation soll Missstände an der FH Kufstein beseitigen

5. Juli 2007, 12:56
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Auseinandersetzung in der Leitung: FH-Rat droht mit Entzug der Akkreditierung, wenn Probleme nicht gelöst werden

Innsbruck - Seit mehreren Wochen gehen rund um die Fachhochschule Kufstein die Wogen hoch. Grund für die Auseinandersetzungen sind zwei von der FH-Leitung ausgesprochene Kündigungen, die ungerechtfertigt gewesen sein sollen (Der Standard berichtete). Es kam zu Protesten von Studenten. Der Fachhochschulrat (FHR) forderte die FH-Leitung auf, die Missstände zu beseitigen, andernfalls drohe der Entzug der Akkrediterung. Eine Mediation soll nun Abhilfe schaffen, hieß es in einer Aussendung am Mittwoch.

Fragwürdiges Personalmanagement

Außerdem wolle man einen international besetzten Fachhochschul-Senat installieren, damit wichtige Entscheidungen im Vorhinein auf einer breiten Basis gefällt werden. Die Hauptkritikpunkte betrafen unter anderem fragwürdige Kündigungen, Einflussnahme bei der Bestimmung der Kollegiumsleitung, Manipulation von Lehrveranstaltungsergebnissen und Einflussnahme bei Prüfungen. "Die Vorwürfe basieren auf einer einseitigen Informationsdarstellung," sagte FH-Geschäftsführer Norbert Witting gegenüber der APA. Es hätte auch die andere Seite zu einer Stellungnahme eingeladen werden müssen. Die Vorgehensweise des FHR-Präsidenten Leopold März, der sich zuerst an die Presse gewandt habe, anstatt mit der FH-Leitung zu sprechen, habe einen "Riesenwirbel" verursacht, meinte Witting.

Gerichtsverfahren wegen Kündigung

Den FHR auf den Plan gerufen haben vermutlich die zwei gekündigte Dozentinnen und die Studierenden, erklärte Witting. Die beiden Dozentinnen hätten ein Gerichtsverfahren wegen ungerechtfertigter Kündigung gegen ihn angestrengt. Der FH-Leitung war vorgeworfen worden, die Kündigungen deshalb ausgesprochen zu haben, weil sich die beiden Lehrkräfte in den Betriebsrat wählen lassen wollten. Witting bestritt jeden Zusammenhang zwischen der Kandidatur für den Betriebsrat und der Kündigungen.

"Triftige" Gründe

"Die Kandidaten-Liste war streng geheim," meinte er. Die Wahlen hätten im März statt gefunden, die Kündigungen seien aber bereits Anfang Februar ausgesprochen worden. Über die Gründe für die Kündigung der beiden Mitarbeiterinnen wollte sich Witting nicht äußern. Dies würde die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen verletzen. Sie seien jedenfalls "triftig" gewesen. (APA)

  • Der Streit der Fachhochschulleitung in Kufstein soll durch Mediation geschlichtet werden.
    montage: derstandard.at

    Der Streit der Fachhochschulleitung in Kufstein soll durch Mediation geschlichtet werden.

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