Palm bastelt an Betriebssystem auf Linux-Basis

11. Juni 2007, 14:55
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Volle Kompatibilität mit Programmen des "alten" PalmOS

Der Smartphone- und PDA-Hersteller Palm hat angekündigt, ein Linux-basiertes Betriebssystem zu entwickeln und es künftig auf den eigenen Geräten einzusetzen. Durch die Verwendung der Open-Source-Software könne man wettbewerbsfähiger bleiben, so die Begründung. "Wir werden noch vor Jahresende Palm OS auf Linux haben", kündigte Palm-CEO Ed Colligan auf einer Analystenkonferenz in New York an. Im Laufe des Jahres sollen sowohl Geräte auf Basis von PalmOS 5 als auch auf Basis des neuen Linux-Systems auf den Markt kommen, heißt es auf Nachfrage von pressetext.

PalmOS

Palm verwendete bisher das Betriebssystem PalmOS. Mittlerweile liegen die Rechte an diesem Betriebessystem jedoch nicht mehr in der eigenen Hand, sondern bei Access, einem japanischen Anbieter von mobilem Content und Lösungen für den mobilen Internetzugang. Dieser hat im Herbst 2005 den PalmOS-Entwickler PalmSource für 324 Mio. Dollar übernommen. Die Verwendung des Systems durch Palm ist über ein Lizenzabkommen im Wert von 44 Mio. Dollar geregelt. Mittlerweile kam Kritik auf, dass die Entwicklung von PalmOS zum Stillstand gekommen sei.

Zwei Modelle mit Microsofts Windows Mobile

Im vergangenen Jahr brachte Palm erstmals zwei Modelle der Treo-Reihe mit Microsofts Windows Mobile auf den Markt. Man habe jedoch auch seit Jahren in den Entwicklerlabors mit Linux gearbeitet, so der Palm-Chef. Daraus entstand die neue Software-Plattform, auf der PalmOS-Programme weiterhin lauffähig sein sollen. Die Entwicklungsarbeit des Unternehmens wurde ebenfalls modifiziert, hieß es. Künftig werden Hardwareplattformen konstruiert, auf denen sowohl PalmOS als auch Windows Mobile laufen soll. Damit wird die Markteinführung neuer Produkte beschleunigt, wodurch Palm mehr Geräte als bisher auf den Markt bringen kann.

Volle Kompatibilität

Zu den Features des neuen Betriebssystems zählen unter anderem die volle Kompatibilität zum alten Palm OS, gleichzeitiges Telefonieren und Surfen sowie vollständiges Multitasking. Als Webbrowser dürfte Opera zum Einsatz kommen - kürzlich wurde eine Partnerschaft zwischen den beiden Unternehmen angekündigt. Colligan verkündete zudem, dass Palm das Programm Chattermail gekauft habe. Das Mailprogramm informiert auf dem Treo in Echtzeit über eingehende E-Mails.

Look and Feel

Analysten reagieren auf die Ankündigung Palms vorerst zurückhaltend. Gartner-Analyst Todd Kort erklärt: "Es ist schwierig vorauszusehen, ob die neue Plattform von den Kunden angenommen werde. Es ist in jedem Fall wichtig, das 'Look and Feel' vom Palm OS beizubehalten." Gegenwärtig sei Linux als Smartphone-Plattform vorwiegend in asiatischen Ländern wie Japan und China verbreitet. Neueste Prognosen sagen jedoch voraus, dass der Anteil von Linux-basierten Handys in den kommenden Jahren deutlich zunehmen wird.

Niederlage

Für Access stellt diese Entscheidung eine Niederlage dar, entwickelt man doch bereits den PalmOS-Nachfolger ALP (Access Linux Plattform). Derzeit ist Palm der wichtigste Lizenznehmer für PalmOS. Da das kalifornische Unternehmen nun abspringt, dürften sich die Japaner schwer tun, Abnehmer für ihr neues Betriebssystem zu finden.(pte)

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