Bank-Burgenland-Skandal lenkt Interessse auf Landeskontrollamt

28. Juli 2000, 12:27

Für Überprüfung einer Bank nicht gerüstet und außerdem derzeit praktisch führungslos

Eisenstadt - Der Kreditskandal in der Bank Burgenland mit einem Ausfall von 2,35 Mrd. S hat einmal mehr die Frage nach der Sinnhaftigkeit des Landeskontrollamtes aufgeworfen. Es beschäftigt sich - im Auftrag des Landeskontrollausschusses - in der Regel mit Prüfberichten über Straßenbau- und Güterwegbaulose oder über die Gebarung der Landesgalerie, wo nicht wirklich große Summe fließen. Dazu kommt, das das Kontrollamt praktisch führungslos ist: der Leiter in Pension, sein Stellvertreter hat den Job gewechselt. Landtagspräsident Erwin Schranz (V), auf diese Problematik angesprochen, hält Änderungen für überlegenswert.

Auf Grund des Kreditskandals in der Bank Burgenland werde man alle Kontrolleinrichtungen des Landes neu bewerten und vielleicht auch verbessern müssen, um effizient und rechtzeitig kontrollieren zu können, meinte Schranz gegenüber der APA. Das Landeskontrollamt habe zwar eine Aufgabe, sei aber - "wenn ich ehrlich bin" - nicht übertrieben stark bestückt. Deshalb müssten Bereiche, wie Banken, auch ausgeklinkt bleiben.

Der Rechnungshof - ebenfalls ein Organ des Landtages - habe jedenfalls die besseren Instrumente und sei mit exzellenten Fachleuten ausgerüstet, räumt der Landtagspräsident ein. "Das Landeskontrollamt beschränkt sich auf Tätigkeiten, die es erfüllen kann." Bei Wirtschaftsverflechtungen sei es schon deswegen überfordert, weil es die Experten nicht habe. Schranz wollte nicht ausschließen, dass man bei der Bestellung neuer Vorstände des Kontrollamtes Personen mit Wirtschafts- oder Finanzkompetenz bevorzugt. (APA)

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