Deutlich mehr Unfälle zu Ostern

13. April 2007, 12:33
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Die Feiertage endeten für hunderte Menschen nach Verkehrsunfällen im Spital, sieben Personen starben

Wien - Zu schnell, zu unaufmerksam, ein Fahrfehler: Warum der 27-jährige Kawasaki-Fahrer am Ostersonntag gestürzt und gegen den wartenden Pkw geprallt ist, wird sich wohl nie mehr restlos klären lassen. Der junge Lenker kann jedenfalls keine Hinweise mehr zu dem Unfall auf der Landesstraße 43 im Bezirk Krems-Land geben. Er starb noch auf dem Operationstisch im Krankenhaus Krems an seinen schweren inneren Verletzungen. Und ist damit zu einem der sieben Menschen geworden, die während der Feiertage im Straßenverkehr getötet worden sind.

Eine Bilanz, die paradoxerweise sogar erfreulich ist. Bedeuten sieben Verkehrstote zu Ostern doch den zweitniedrigsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen vor 39 Jahren. Nur im vergangenen Jahr starb ein Mensch weniger bei Unfällen auf den Straßen. Zum Vergleich: 1976 lag die traurige Kennzahl noch bei 39 Toten.

Kein Grund zur Zufriedenheit

Wirklichen Grund zur Zufriedenheit, wie sie Innenminister Günther Platter (ÖVP) und der Autofahrerklub ÖAMTC in ihren Aussendungen verbreiten ("Verstärkte Verkehrssicherheitsmaßnahmen zeigten Wirkung", "...sind die Opferzahlen nicht so dramatisch ausgefallen wie befürchtet") gibt es aber nicht.

Denn obwohl es weniger Tote gab - die Zahlen der Unfälle und Verletzten sind deutlich gestiegen. 505 Menschen (plus 30,5 Prozent im Vergleich zu 2006) mussten nach insgesamt 389 Zwischenfällen (plus 36 Prozent) behandelt werden. Auch bei dem tödlichen Crash auf der Landesstraße 43: Das Motorrad des verunglückten 27-Jährigen prallte vom stehenden Pkw, der vor dem Linksabbiegen gewartet hatte, ab und schlitterte in den Gegenverkehr. Der aus einer Gruppe Motorradfahrer bestand. Womit ein weiterer Osterausflug ein verheerendes Ende nahm: Ein 22-Jähriger aus der Gruppe wurde von dem Wrack getroffen, stürzte über eine Böschung und landete in einem Weingarten. Sein linker Fuß wurde ab dem Unterschenkel abgetrennt, mit einem Christophorus-Hubschrauber wurde der Schwerverletzte ins Wiener AKH geflogen.

Schwer verletzte Biker

Ein Unfall, beispielhaft für dieses Osterwochenende. Nicht nur in Niederösterreich, wo laut Rettungsleitstelle Lebig bei jedem dritten Crash zwischen Karfreitag und Ostermontag ein einspuriges Kraftfahrzeug betroffen war und fast jeder zweite Schwerverletzte ein Motorradfahrer. Im Burgenland, der Steiermark und Oberösterreich verunglückten ebenso Biker.

Da die mitunter fatale Kombination "schönes Wetter" und "fehlende Praxis nach der Winterpause" auch an den kommenden Wochenenden droht, empfehlen Experten dringend Temporeduktion und Fahrtrainings. (Michael Möseneder, DER STANDARD print, 11.4.2007)

  • Die Besatzungen der Christophorus-Notarzthubschrauber kamen an den vergangenen Feiertagen kaum zur Ruhe. Wegen des guten Wetters sind auffällig viele Motorradfahrer unter den Opfern
    foto: standard/fischer

    Die Besatzungen der Christophorus-Notarzthubschrauber kamen an den vergangenen Feiertagen kaum zur Ruhe. Wegen des guten Wetters sind auffällig viele Motorradfahrer unter den Opfern

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