Umweltminister tritt zu Beginn der Fahrradsaison in die Pedale

18. April 2007, 19:31
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Pröll: Bei kurzen Strecken Auto stehen lassen - Medienwirksamer Fahrradausflug am Wiener Ring - Mit Video

Nur fünf Prozent beträgt der durchschnittliche Radverkehrsanteil in Österreich. In Wien liegt er bei drei bis sechs Prozent. Umweltminister Josef Pröll (V) hat sich zum Ziel gemacht diesen Anteil zu Gunsten der Umwelt und der Gesundheit zu steigern. Zwei bis drei Mal die Woche steigt der Minister nach Eigenaussage selbst auf das Fahrrad - vorausgesetzt das Wetter ist schön. Und da die Sonne zum Auftakt der Radsaison mitspielte, lud der Minister am Dienstag zum gemeinsamen medienwirksamen Pedale treten.

Noch weit entfernt von "klassischer Radfahrnation"

Von einer klassischen Radfahrnation sei man noch weit entfernt, bedauerte Pröll, der fordete, das Fahrrad solle zum alltäglichen Fortbewegungsmittel werden. Dass es wenig alltäglich war, wenn ein bunter Tross radelnder Journalisten, riskant bei voller Fahrt arbeitender Fotografen und beflaggter Aktivisten auf originellen Hochrädern einem im Anzug und Helm strampelnden Minister folgen, zeigte sich an den sichtlich überraschten Verkehrsteilnehmern am Dienstvormittag. Das Wiens Radwege einem Fahrradaufkommen "klassischer Radnationen" nicht gewachsen wären, wurde spätestens beim abgedrängten Gegenverkehr deutlich, der ob des Pressepulks auf die Straße ausweichen musste.

Auf der Rad-Strecke von der Hauptuniversität bis zur Urania hängte der Politiker schon bei der ersten Ampel die Hälfte der Gefolgschaft ab. Wieder eingeholt, wurde er von Rad-Ombudsmann Andy Blümel auf die Gefahren des Wiener Straßenverkehrs für Radfahrer vor der Wiener Börse hingewiesen: "Hier werden immer wieder Radfahrer von einbiegenden Autos verletzt", kritisierte er. Der Umweltminister zeigte Verständnis: Brenzlige Situationen habe er selbst zu genüge erlebt, "aber deswegen trotzdem nicht zum Radfahren aufgehört".

"Masterplan Radfahren"

Die vermehrte körperliche Tätigkeit würde nicht zuletzt einen erheblichen Gesundheitsnutzen für die Öffentlichkeit bedeuten, erklärte Pröll in der anschließenden Pressekonferenz. Dieser würde rund 165 Millionen Euro jährlich betragen, das sind etwa 15 Cent pro gefahrenen Radkilometer. Auch der Klimanutzen blieb unbestritten. Durch eine Einsparung von 560 Millionen bis 1,6 Milliarden Pkw-Kilometer, wie dies der "Masterplan Radfahren" des Umweltministeriums vorsieht, eine Reduktion des Gesamttreibstoffverbrauches von 30.000 bis 85.000 Tonnen jährlich möglich, zeigte sich der Ressortchef optimistisch.

In Österreich seien 50 Prozent aller Autofahrten kürzer als fünf Kilometer, so Pröll. Auch Radprofi Georg Totschnig, der die Aktion "klima:aktiv" unterstützt, gestand ein, früher die kurze Strecke zum Bäcker mit dem Auto gefahren zu sein, obwohl er täglich Stunden auf dem Bike trainierte. "Es ist keine Frage des Totalumstiegs", meinte Pröll. Durch die Verlagerung von kurzen Fahrten vom Auto auf das Fahrrad könne man CO2-Emissionen mindern."

"bike2business 2007"

Gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Österreich startet das Umweltministerium heuer wieder den Wettbewerb "bike2business 2007" bei dem die fahrradfreundlichsten Betriebe des Landes geehrt werden. Weiters soll nun ein Förderprogramm dotiert mit 1,8 Millionen Euro pro Jahr Städten und Gemeinden, Betrieben, dem Freizeitsektor, Schulen sowie der öffentliche Verwaltung kostenlose Beratung zur CO2-Einsparung bieten. (APA)

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    "Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, schont die Umwelt, spart Sprit, reduziert den Autoverkehr und tut etwas für die eigene Gesundheit", so Umweltminister Josef Pröll anlässlich des Starts in die Fahrradsaison 2007 in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Renate Römer, Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Österreich und Radprofi Georg Totschnig.

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