Krebsmechanismen weiter erforscht

26. Juli 2007, 13:44
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Deutsche Forscher untersuchen Mechanismen bei Ausbreitung von Krebs - Erkenntnisse könnten auch für Therapie wichtig sein

Bonn - Deutsche Forscher haben die Mechanismen bei der Ausbreitung von Krebs ein weiteres Stück aufgedeckt. Wissenschafter des Nationalen Genomforschungsnetzes untersuchten drei Eiweiße, die bei Krebs eine wichtige Rolle spielen und in vielen Tumorzellen verstärkt aktiviert werden, wie der Forschungsverbund am Montag in Bonn bekannt gab. Sie wollten vor allem herausfinden, ob sich die Ausbreitung und Vermehrung von Tumorzellen in weiteren Körperteilen stoppen lässt, wenn diese Proteine einzeln oder aber zusammen ausgeschaltet werden.

Protein Akt-1

Die Experten am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg kamen anhand einer neuen Methode zu "überraschenden Ergebnissen". Das Protein Akt-1 spielt demnach eine "Schlüsselrolle": Ohne dieses Protein sind die Krebszellen kaum noch in der Lage, in andere Körperteile einzuwandern und sich dort zu vermehren. Werden aber die drei Eiweiße, also zusätzlich auch die Proteine ErbB2 und MEK1, in Kombination ausgeschaltet, addierten sich die Effekte hinsichtlich der Ausbreitung der Tumorzellen nicht. Wenn alle Proteine fehlen, haben die Tumorzellen im Gegenteil sogar wieder einen leichten Vorteil.

Der Mechanismus könnte auch für die Krebstherapie wichtig sein, erklärte der Biologe Özgür Sahin vom Krebsforschungszentrum. "Wenn Medikamente in Kombination eingesetzt werden, die gleichzeitig bei verschiedenen Komponenten des Krebs-Signalweges ansetzen, dann wären die Heilungschancen möglicherweise nicht besser, sondern schlechter." Die Ergebnisse der Studie werden in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences" veröffentlicht. (APA/AFP)

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