Gift gegen Falten im Gesicht

28. Juli 2000, 09:55

Studie in München

München - Das Bakteriengift Botulinum-Toxin-A (BT-A) kann nicht nur übermäßiges Schwitzen bekämpfen, sondern auch tiefe Falten im Gesicht glätten. WissenschafterInnen der Ludwig-Maximilians-Universität München hatten in einer klinischen Studie 50 Frauen und Männer untersucht, die sich mit BT-A behandeln ließen, um ihre Stirn- und Augenfalten zu beseitigen. Das Nervengift lähmt und entspannt auf diese Weise die Muskeln. Und dem herkömmlichen Schönheitsbegriff wird damit Genüge getan.

"Bei unseren Untersuchungen haben wir festgestellt, dass die Muskelaktivität zu mindestens 60 Prozent ruhig gestellt werden muss, um einen sichtbaren Effekt zu erzielen", sagte Studienleiter Marc Heckmann. Alle kosmetischen Ergebnisse seien mit einer digitalen Video- und Bildanalyse dokumentiert worden. Tendenziell bewerteten PatientInnen den Erfolg besser als die GutachterInnen. Und Frauen waren von der Behandlung mehr beeindruckt als Männer.

Bakteriengift in die Gesichtsmuskeln gespritzt

Bei der Behandlung wird das Bakteriengift in die Gesichtsmuskeln gespritzt, die die Mimik kontrollieren. Dabei werden gezielt Muskeln gelähmt, die zu den "Sorgenfalten" auf der Stirn oder den gefürchteten "Krähenfüßen" um den Augen führen. Eine Betäubung sei bei der Injektion nicht notwendig. Natürlich dürfe man nicht alle Gesichtsmuskeln lahm legen, da sonst deR PatientIn das Lachen im wortwörtlichen Sinn vergeht, sagten die ÄrztInnen.

Sei der Muskel einmal entspannt, komme es zu Glättungseffekten, und das Bindegewebe könne sich besser wieder aufbauen. Nach drei Monaten lasse die Wirkung der Spritze nach und die Muskeln werden wieder aktiv. Einen positiven Nebeneffekt stellten die ÄrztInnen ebenfalls fest. Bei 15 Prozent der PatientInnen verschwanden nicht nur die Falten, sondern auch ihre Spannungskopfschmerzen. An Nebenwirkungen könnten kurzzeitig vor allem blaue Flecken wegen der Injektion und Brennen auftreten. (APA/AP)

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