Wie Kids ihr Taschengeld nutzen

9. April 2007, 20:00
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Kinder in reichen Ländern erhalten von ihren Eltern nicht mehr, sondern weniger Taschengeld als jene in manch ärmerem Staat, ergab eine finnische Studie - mit Grafik

"Was kostet die Welt? Wo kommt das Geld her, wo fließt es hin?", wollten die Ö1-Kinderuni-Reporter vom Ökonomen Stephan Schulmeister wissen. Der STANDARD geht der Frage nach, wieviel Geld Kinder und Jugendliche haben und was sie damit machen.

Durchschnittlich verfügt jeder Jugendliche über ein Taschengeld von 110 Euro pro Monat. Das besagt jedenfalls die finnische "Habbo Jugendstudie", bei der im Mai 2006 42.000 Mädchen und Burschen zwischen zwölf bis 16 Jahren aus 22 Ländern befragt wurden. Allerdings variiert das Taschengeld je nach Land: So bekommen Kids in reichen Ländern wie Finnland oder Norwegen nur 55 Euro von ihren Eltern, während es in Brasilien 195 Euro sind. Die wirtschaftliche Situation eines Landes ist also nicht ausschlaggebend für die Höhe des Taschengeldes.

Was das Ausgeben betrifft, bezeichnete sich mehr als die Hälfte der Befragten als preisbewusst, 37 Prozent bevorzugen Luxusmarken, 30 Prozent kaufen am liebsten einheimische Waren. 67 Prozent aller Teilnehmer sehen Umweltschutz als wichtig an. Österreichs Jugendliche führen dabei die internationale Statistik an: 57 Prozent setzten auf umweltbewusstes Shoppen.

Marken sind beliebt

Die Studie zeigt überdies, dass in fast allen Ländern dieselben Marken auf der Beliebtheitsskala oben rangieren - auch wenn die Hälfte aller Befragten angab, beim Einkaufen hie und da etwas auszuprobieren. Bei den Soft-Drinks führt eindeutig Coca-Cola, Nokia belegt bei den Mobiltelefonen vor Sony Ericsson Platz eins. Am Bekleidungssektor hat Nike die Nase vorn. Bei den elektronischen Geräten machte Sony das Rennen.

Andere Ergebnisse brachte eine Studie aus dem Jahr 2004 über österreichische Kinder und Jugendliche bis 19 Jahre: Demnach liegt das durchschnittliche Taschengeld bei 14 Euro. Unter Fünfjährige müssen mit einem, Sechs- bis Neunjährige mit fünf, Zehn- bis 14-Jährige mit 15 und 15- bis 18-Jährige mit 38 Euro auskommen.

Andere Studien behaupten wiederum, dass ein Großteil der Elf- bis 14-Jährigen über 50 Euro pro Monat verfügt, ein Viertel sogar über bis zu 250 Euro. Eines steht aber nach wie vor fest: Was angemessen ist, entscheiden immer noch die Eltern. (Karin Krichmayr/DER STANDARD-Printausgabe, 10.03.2007)

Thema der nächsten Ö1-Kinderuni:
"Wie ist die Welt aufgebaut und was hält alles zusammen?",
immer am Sonntag, 17.10 Uhr, auf Ö1 und am Dienstag im STANDARD.
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