Der Vogeldoktor sorgt für neue Höhenflüge nach dem Absturz

Redaktion, 18. April 2007, 19:31
  • Die Greifvogelstation in Ebelsberg bei Linz ist oft Gnadenhof für verletzte gefiederte Freunde, die in der Natur kaum eine Chance hätten.
    foto: apa/dpa/pfeiffer

    Die Greifvogelstation in Ebelsberg bei Linz ist oft Gnadenhof für verletzte gefiederte Freunde, die in der Natur kaum eine Chance hätten.

Gebrochene Flügel, Kopfverletzungen: Der Linzer Vogeldoktor Reinhard Osterkorn päppelt seit 20 Jahren Greifvögel wieder auf

Linz - "Sperbi" hat es geschafft. Drei Monate nach seinem schweren Autounfall ist das Schädel-Hirn-Trauma ohne bleibende Schäden ausgestanden, auch das verletzte Auge hat wieder die ursprüngliche Schärfe. Der nahende Jungfernflug nach dem langen Krankenstand macht den jungen Sperber sichtlich nervös. Dann der große Augenblick: Elegant setzt "Sperbi" zu den ersten Flügelschwüngen an und erhebt sich schließlich in den Himmel. "Das ist für mich immer wieder der schönste Moment", blickt Reinhard Osterkorn sehnsüchtig seinem "Patienten" nach.

Seit rund 20 Jahren betreibt Osterkorn neben seinem Job bei der Oberösterreichischen Gebietskrankenkasse in Ebelsberg bei Linz seine Greifvogel- und Eulenschutzstation. Liebevoll päppelt der Vogeldoktor dort verletzte Vögel wieder auf. "Greifvögel haben mich immer fasziniert. Mit meiner Arbeit möchte ich einerseits Aufklärungsarbeit leisten, andererseits der Natur auch wieder etwas zurückgeben", erzählt Osterkorn. Und aufzuklären gebe es viel: "Mir stellt es schon die Nackenhaare auf, wenn jemand Raubvogel sagt. Da steckt das Böse schon im Wort", so Osterkorn, während er im abgedunkelten Schuppen nach "Ohrli" sucht. Die Waldohreule ist erst seit vergangenen Montag im Krankenquartier. "Ohrli" hat im nächtlichen Flug-Eifer einen gespannten Draht übersehen und sich dabei die Elle gebrochen. "Ein komplizierter Bruch an einer blöden Stelle", meint Osterkorn besorgt, während er den Verband inspiziert.

Flügel amputiert

Sollte "Ohrli" nicht mehr vollständig genesen, wird er neben Falken, Sperbern und Uhus Dauergast Nummer 42 in der Greifvogel- und Eulenstation. Reinhard Osterkorns Vogelparadies ist auch Gnadenhof für gefiederte Freunde, die in der Natur kaum eine Chance hätten. So wie "Michl", der Steinadler. Im Jahr 1993 brachte ein Sturm den König der Lüfte für immer auf den Boden der Tatsachen. Ein herabfallender Ast quetschte "Michls" linken Flügel, eine Amputation blieb unausweichlich.

"Pipsi" kann zumindest fliegen. Der zahme Bussard hat eher ein Kommunikationsproblem. Er wurde von Menschenhand großgezogen und wuchs neben einem Kanarienvogel auf, was die Lautbildung empfindlich störte. "Statt der typischen miauenden ,Hijää'-Rufe hört sich ,Pipsi' eher wie ein Kanari an. Daher auch sein Name", schmunzelt Osterkorn, während er den Bussard sanft krault. Doch genau diese Nähe gilt es eigentlich zu verhindern. "Junge Vögel gewöhnen sich sehr rasch an den Menschen, können sich aber dann meist nie wieder lösen", so der Vogeldoktor. Daher werden in der Greifvogel- und Eulenstation Findlinge in die Gehege der Dauergäste gesetzt und von denen erfolgreich aufgezogen.

Finanzielle Belastung

Kost und Logis der Vögel belasten das Privatbörsel von Reinhard Osterkorn mit monatlich 1000 Euro, doch soviel ist ihm seine Lebensaufgabe "mit Sicherheit wert". Schade sei, dass immer mehr Menschen die Natur missachten. "Keine Gebäudenische mehr ohne Gitter, kein offener Stadl - wo bitte sollen Vögel noch nisten?", ärgert sich Osterkorn.

Apropos ärgern: "Pipsi" hatte offensichtlich mit einem Leckerli gerechnet, Osterkorn aber keines dabei. Einen kräftigen Bussardflügel-Hieb später seufzt der Naturschützer: "In der Balz hat 'Pipsi' einen richtigen Vogel." (Markus Rohrhofer/DER STANDARD-Printausgabe, 10.03.2007)

das wäre mal eine sinnvolle kontonummer für geldspenden

redaktion ?? Kontakt ?

zur frage stellung

unter tel Nr; 0664/ 2763848 gibts nähere genaue Auskünfte und Spendenmöglichkeiten!! Danke im Voraus VFTÖ Mfg

sehr umfangreiche Seite (viele Infos plus Spendenmöglichkeit)

=> http://egsoesterreich.org/

OÖ:Reinhard Osterkorn „OAW – Greifvogel- und Eulenschutzstation“ Linz
Zibermayrstr. 85/9, 4020 Linz
Tel.: 0676/54 96 231 oder 0732/30 58 83

http://www.kleintierpraxis-alkoven.com/Tipps1003.htm

Interessant zu erfahren wäre auch, wie die verletzten Vögel zum Vogeldoktor kommen. Die werden sich mit ihren kaputten Flügeln wohl kaum nach Linz schleppen können und dort um Hilfe ansuchen.

Wie die Greifis zum Doktor kommen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten: Hr. Osterkorn wird verständigt von Privaten, Behörden, Tierheimen und holt diese Tiere ab oder es werden die Tiere durch die Tierrettung aus Öberösterreich: Verband für Tierrettungswesen in Österreich VFTÖ abgeholt , geborgen und dann zu Hr. Osterkorn gebracht. Beide Organisationen arbeiten Ehrenamtlich rund um die Uhr eng zusammen und sind beide sehr auf Spenden angewiesen. Ich kann Ihnen als Mitarbeiter der Tierrettung gerne unsere Notrufnummer bekannt geben falls Sie einmal ein verletztes oder schwaches Tier finden sollten , und nicht wissen was sie Tun sollten oder Auskünfte oder nähere Angaben möchten können sie gerne jederzeit anrufen unter 0664 / 276 3848 Mfg

Hilfe gibt's nicht nur in Linz !

In NÖ gibt's auch eine "Vogeldoktorniederlassung" = Check => http://egsoesterreich.org/

bzw. wird im Grossraum Wien sicher auch die Tierrettung bzw. die Vetmed eine Hilfe sein ;-)

Nachdem er selber kein Tierarzt ist bekommt er die Vögel vermutlich von den "echten" Vogeldoktoren zum aufpäppeln.

Nachdem viele (Greif)vögel im Strassenverkehr scheitern, pfeifen diese dann einfach ein Taxi herbei...Noch nie davon gehört???

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