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10. April 2007, 10:25
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Exil-Kanadier versammeln sich in der Minoritenkirche zum Abend "Jamie Lidell & Friends": Mit Gonzales, Mocky und Pablo Fiasco

Gelobtes Land Kanada: In zwei Wellen schütte(l)t es seit Jahren MusikerInnen nur so aus dem Ärmel. Die erste ("Arcade Fire", "Hidden Cameras", "Stars" usw usf) führte den Gitarren-Pop in neue Dimensionen - nicht zuletzt was die Anzahl von Bandmitgliedern betrifft - und sorgte für den längst zum Gemeinplatz gewordenen Sager vom "Pop-Wunderland".

 

Die zweite bilden MusikerInnen aus dem weit gesteckten elektronischen Sektor, die zwar als Solo-Artists auftreten, dafür aber häufig und gerne miteinander kooperieren. Sie sind von Kanada über halb Europa ausgeschwärmt und haben Kristallisationspunkte in Berlin, Paris und London gefunden: Peaches. Gonzales. Mocky. Taylor Savvy. Feist. Wo eine(r) davon auftaucht, finden sich in der Regel gleich mehrere - so auch in Krems.


Vorgeschmack: "What's the use": Gemeinsamer Auftritt von Jamie Lidell, Gonzales und Mocky in Köln 2006

Namensgebendes Zentrum des Abends "Jamie Lidell & Friends" bildet zwar ein Brite, der ist aber ebenfalls fester Bestandteil des losen Musik-Konglomerats von Individualisten ... und Nationalitäten sind ohnehin das allerletzte, was die Genannten interessiert. Jamie Lidell straft mit seiner Stimme sämtliche Klischees vom souligen Vermögen "Weißer" Lügen - wichtiger aber noch ist seine Verbindung von Soul und Funk mit experimentierfreudigem Einsatz jeglicher greifbaren Tastatur: neues Leben gedeiht auf dem Boden einer alten Tradition ... und es schießt wild ins Kraut.

Begleitet wird Lidell zum einen von Dominic Salole alias Mocky, seines Zeichens alleinerziehender Elternteil einer Form von R'n'B und HipHop, die aus einer geradezu kindlichen Bastelfreude mit elektronischen Klängen geboren und ohne in Langeweile zu sinken erwachsen wurde. Jamie Lidell lieh einigen Tracks auf Mockys famosen Alben "Are + Be" und "Navy Brown Blues" die Stimme - Mocky revanchiert sich nun als Percussionist.

Dritter im Bunde ist Jason Beck, besser bekannt als Gonzales: letztlich, und kurz zusammengefasst, einer der Hauptverantwortlichen dafür, dass Elektro-Pop zu Beginn des neuen Jahrtausends (wieder) zu einer spannenden und lebendigen Sache wurde. Zuletzt pflegte Gonzales stärker seine klavierspielende Seite: Einen Tag nach dem gemeinsamen Auftritt folgt daher, am selben Ort, ein Soloauftritt am Piano.

Und dass Kooperation kein Spleen, sondern das zentrale Credo im Schaffen von Lidell & Co ist, zeigt der dreitägige Musik- und Video-Workshop, den Lidell und der Experimentalfilmer Pablo Fiasco von 25. bis 27. April abhalten: MusikerInnen und VideokünstlerInnen waren zur Teilnahme aufgerufen; eine gemeinsame Liveperformance wird den Workshop abschließen und den Abend "Jamie Lidell & Friends" einläuten: Einmal mehr Zeichen für die grundsympathische Haltung, dass Kreativität durch die Verknüpfung verschiedenster Individualismen geboren wird. (Josefson)

Samstag, 28. 4.
18:30 Klangraum Krems / Minoritenkirche:
Jamie Lidell & Friends: Gonzales, Mocky & Pablo Fiasco. Eingeleitet von der Abschlussperformance der Workshop-TeilnehmerInnen.

Sonntag, 29. 4.
19:00 Klangraum Krems / Minoritenkirche:
Gonzales Solo Piano

  • Jamie Lidell
    foto: warp

    Jamie Lidell

  • Gonzales
    foto: planet rock

    Gonzales

  • Mocky
    foto: planet rock

    Mocky

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