Von Aspern nach Gröbming

8. April 2007, 17:00
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Die letzte Chance am Flugfeld von Aspern oder Ennstal Classic: Oldtimer-Rennen boomen - Wir trafen eine kleine Terminauswahl für 2007

Es ist endgültig die letzte Gelegenheit. Und der 65. Geburtstag von Jochen Rindt. Am 21. und 22. April steigt am ehemaligen Flugplatz Aspern der Große Preis von Wien, das Aspern Revival. Von 1957 bis 1977 fanden hier sehr ernsthafte Rennen statt, Ende 2007 wird das Gelände gesperrt, im Zuge des Stadterweiterungskonzepts der Stadt Wien wird er verbaut.

Jochen Rindt fuhr hier, Niki Lauda, Dieter Quester, Helmut Marko oder Peter Peter. Auch die Formel 1 gastierte hier: Stirling Moss, Jack Brabham, Frank Gardner, Jo Schlesser.

Was an diesem Wochenende Ende April steigt, ist ein Gleichmäßigkeitsrennen für historische Fahrzeuge, also Oldtimer. Auf dem Rennkurs gibt es drei Wertungsdurchgänge, es gilt, die selbst gewählte Rundenzeit so exakt als möglich einzuhalten. Gemessen wird auf Hunderstelsekunden.

Baujahrsgrenze

Die Baujahrsgrenze liegt bei 1977, am Start sind sowohl historische Rennwagen, Tourenwagen als auch Sportwagen, sowie "normale" Oldtimer, die es wohl weniger sportlich, dafür aber umso ambitionierter in der Gleichmäßigkeit angehen werden (Autofreunde.com).

Oldtimer-Veranstaltungen erleben schon seit Jahren einen außerordentlichen Boom. Heuer stehen alleine in Österreich etwa 140 Termine im Kalendar, von ambitionierten Bergwertungen, gemütlichen Ausfahrten bis hin zu geselligen Treffen oder Flohmärkten, Messen und Diskussionsrunden. (Eine Auswahl haben wir in der Übersicht links zusammengefasst.)

Flotter Jubilar

Der Höhepunkt im heimischen Oldtimer-Kalender findet Ende Juli im steirischen Gröbming statt. Die Ennstal Classic. Diese Veranstaltung ist längst auch ein Fixpunkt in der internationalen Szene - mit reger Beteiligung aus dem Ausland. Die renommiertesten Autohersteller öffnen zu diesem Anlass die Tore ihrer Museen und schicken ihre Schmuckstücke auf die Straße. der STANDARD schickt ebenfalls wieder zwei Schmuckstücke in die nächtlichen Bergwertungen: Helmut A. Gansterer und Peter Allmayer Beck.

Heuer besonders interessant: Ferrari feiert 60 Jahre. Im Starterfeld der Ennstal Classic sind daher nicht weniger als 19 historische Ferrari vertreten. Den ersten Start eines Ferrari Rennwagens im Mai 1947 kommentiert Enzo Ferrari mit den Worten: "Ein viel versprechender Fehlschlag." Es war die Benzinpumpe.

In Gröbming dieses Jahr unter anderem am Start: der 225 S (2,7 Lit. V-12, 210 PS, 800 kg, 240 km/h), der schon bei der Mille Miglia 1952 dabei war. Weiters dabei: ein SWB-Competition Berlinetta, der 1960 das 1000-km-Rennen von Paris gewann, und ein 250 GT Competizione, der 1955 auf den Bahamas siegreich war. Auch zwei Ferrari 500 Mondial Rennsportwagen aus den 60er-Jahren sind am Start. Geschätzter Wert nur des Ferrari-Starterfelds: 9,7 Millionen Euro.

Highlight in Brescia

Internationale Highlights der Szene sind die Mille Miglia im italienischen Brescia vom 17. bis 20. Mai, die zugleich auch ein unglaubliches Volksspektakel mit tausenden begeisterten Zuschauern ist (Millemiglia.it).

Ein kleines, sehr exklusives Teilnehmerfeld bietet der Concorso d'Eleganza Villa d'Este am Comer See, ebenfalls in Italien. Von 20. bis 22. April sind dort, unter der Patronanz von BMW, die seltensten, teuersten und interessantesten Oldtimer am internationalen Markt zu sehen (Concorsodelegancavilladeste.com).

Durchs schöne Mexiko

Wer es sportlich angehen will, ist bei der La Carrera Panamericana in Mexico bestens aufgehoben. Ab 26. Oktober geht es für eine Woche durch Mexiko und zwar "full speed" - das letzte offene "top-speed road race". "Seven days of freedom", sagen die Veranstalter (Panamrace.com). (Michael Völker, AUTOMOBIL, 6.4.2007)

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    foto: jürgen skarwan
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    grafik: der standard
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