Keine Kuranstalten machen

12. April 2007, 18:10
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Jahrzehntelang ist es ruhig zugegangen: Mit Wellness fährt Gastein besser, wie das Grand Park Hotel zeigt

Jahrzehntelang ist es ruhig zugegangen in Gastein. Viel zu ruhig, wie manche sagen. In diesem malerischen, nur über Tunelle zu erreichenden Tal, das in den Naturpark Hohe Tauern hineinsticht, schien die Zeit stillzustehen.

Es gibt noch immer Hotelpaläste, die an den schönsten Stellen des Tals gelegen sind und dennoch schon lange keine Gäste mehr gesehen haben. Diese Zeugnisse längst pleite gegangener Besitzer, die kein Geld mehr hatten für nötige Investitionen, werden wieder weniger in Gastein.

Wellness statt Kur

Es gibt den Willen im Tal, an die glorreichen Zeiten anzuschließen, als Dorf Gastein, Bad Hofgastein und Bad Gastein noch Ziel tausender und abertausender Kursuchender war. Kuren sind noch immer Teil des Angebots; auch die Kurkonditorei darf im Ortsbild nicht fehlen. Das Image einer großen Kuranstalt, um das Gastein früher von vielen beneidet wurde, möchte man aber schnellstmöglich abschütteln. Wellness statt Kur: So lautet heute die Devise.

Wellnessschub

Diesen Weg hat auch der Leitbetrieb des Tals, das Grand Park Hotel in Bad Hofgastein, eingeschlagen. Die Eigentümer des Hauses, die Tourismusschulen der Wirtschaftskammer Salzburg, haben dem Haus einen Wellnessschub verpasst. So wurde im Vorjahr der Spa-Bereich um 3,3 Millionen Euro einer Generalüberholung unterzogen und um 600 auf nunmehr 2000 m2 erweitert.

Laufend befülltes Bad

"Wir haben den Großteil der Arbeiten bei laufendem Betrieb geschafft", erzählt Hoteldirektorin Gabi Obermair dem Standard. Die Gäste seien vorab informiert und durch Preisnachlässe friedlich gestimmt worden. Seitdem verfügt das Grand Hotel nicht nur über ein neu gestaltetes, mit Thermalwasser befülltes Hallenbad, sonder auch über acht verschiedene Wärmekammern – ausgelegt mit hunderttausenden Mosaiksteinchen aus edlem Perlmutt. Die Zahl der Wannen mit radonhaltigem Wasser wurde drastisch reduziert zugunsten neuer Räumlichkeiten für Massagen und Kosmetikanwendungen. Zu den neuen Errungenschaften des Hauses zählen auch ein Tepidarium mit trockener Strahlungswärme, ein Lakonium für mildere Saunagänge, verschiedene Grotten und mehr Erlebnisduschen.

Durchgeführt wurden die Arbeiten im Spa-Bereich vom Salzburger Architekturbüro Unterberger, das schon vor zwölf Jahren den großen Umbau des Hotels zu einem Fünf-Sterne-Palast durchgeführt hat. Seitdem bietet das Haus in 89 Zimmern und Suiten insgesamt 166 Gästen Platz.

Die Anfänge des Hauses gehen zurück auf ein evangelisches Hospiz aus dem Jahr 1912. Die Umwandlung in ein Hotel erfolgte 1928, in den Besitz der Wirtschaftskammer Salzburg kam das Haus 1953. Seitdem wird es als Ausbildungsbetrieb für die in unmittelbarer Nachbarschaft gelegene Hotelfachschule genutzt.

Grand Park Hotel-Package

In der Zeit vom 15. April bis 8. Juli 2007 bietet das Grand Park Hotel ein Package zum Preis von 322 Euro pro Person im Doppel- oder im Einzelzimmer. Darin enthalten sind zwei Übernachtungen mit "5-Sterne-Gourmet-Halbpension" und wahlweise entweder ein "Beauty-Tag" oder ein "Styling Tag". (Günther Strobl/DER STANDARD, Printausgabe, 7./8./9.4.2007)

  • Knackig frisch, der neue Spa-Bereich in gediegenem Umfeld.
    foto: grand park hotel

    Knackig frisch, der neue Spa-Bereich in gediegenem Umfeld.

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