Kampf gegen Raubkopien: Musikindustrie bekämpft sich selbst

11. Jänner 2008, 18:13
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Nine Inch Nails hatten gezielt Songs ihres neuen Albums gestreut - RIAA geht gegen Webseiten wegen Weiterverbreitung vor

Dass der Kampf der Musikindustrie gegen die illegitime Verbreitung von Musik über das Internet, gern mal Ausmaße annimmt, die für Normalsterbliche nur schwerlich nachvollziehbar sind, ist ja an sich nichts Neues. Dass man in diesem Kampf nun aber gegen sich selbst vorgeht, eröffnet aber eine neue Ebene der Absurdität.

Ausgedacht

Doch zur Hintergrundgeschichte: Die Industrial-Band Nine Inch Nails hatte sich für den Start ihrer Platte dieses mal eine ganz spezielle Form der Promotion ausgedacht. Während ihrer derzeit laufenden Europa-Tour wurden immer wieder gezielt USB-Sticks an den Veranstaltungsorten hinterlassen. Darauf zu finden: Einzelne Songs aus dem für den 17. April zur Veröffentlichung anstehenden Album "Year Zero".

Aufwachen

Das Konzept ging auf, die Geschichte machte schnell die Runde, die Lieder fanden ihren Weg auf diverse Webpages, die gewünschte Aufmerksamkeit war hergestellt. Doch die Marketingidylle fand nun vor wenigen Tagen ein jähes Ende: Mehrere der Seiten, die die Lieder veröffentlicht hatten, sahen sich plötzlich mit "Cease&Decist"-Briefen der Recording Industry Association of America (RIAA) konfrontiert.

Zitat

Wenn man die Lieder nicht umgehend entferne, sehe man sich dazu gezwungen mit Klagen gegen die BetreiberInnen vorzugehen, heißt es darin. Ein Vorgehen, das bei manchen für nicht wenig Verblüffung sorgt: "Diese verdammten Idioten gehen gegen eine Kampagne vor, die das Label abgesegnet hat", zitiert Billboard.com einen Insider. (red)

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