Pädagogische Hochschulen: SPÖ drängt auf Reform

30. Juli 2007, 12:26
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Autonomie, Einbeziehung der Kindergärtner und Ergänzungsstudien zum PhD - ÖH-Gesetz soll auch für Pädagogische Hochschulen gelten

Wien - Die SPÖ drängt auf eine Reform der noch nicht vollständig in Kraft getretenen Pädagogischen Hochschulen (PH). Unter anderem sollen sie organisationsrechtliche Autonomie erhalten, auch für Kindergarten- und Vorschulpädagogen offen stehen sowie Ergänzungsstudien zum PhD (Doctor of Philosophy) anbieten, forderte SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser in einer Aussendung.

Selbstbestimmung für PH

Derzeit sind die PH nicht autonom, sondern nachgeordnete Dienststellen des Unterrichtsministeriums. Die Hochschulräte werden ausschließlich politisch besetzt (durch Ministerium bzw. Landesregierung des jeweiligen Standortes, Anm.). Niederwieser will stattdessen durch ein neues Hochschulkollegium "die Selbstbestimmung gewährleisten", die PH sollen auch ihren Rektor selbst bestimmen können - derzeit wählt die Unterrichtsministerin die Rektoren aus. "Unabdingbar" ist für Niederwieser außerdem, dass eine "ausreichende Anzahl an Lehrenden mit einschlägiger universitärer Lehrbefugnis dem Lehrkörper angehört".

Qualitätsverbesserung

Die PH sollen außerdem nicht nur für die Aus- und Fortbildung der Pflichtschullehrer zuständig sein, sondern auch anderen pädagogischen Berufen wie vor allem Kindergärtnern und Vorschulpädagogen offen stehen. Außerdem schlägt Niederwieser die Einrichtung von Ergänzungsstudien zum PhD (Doctor of Philosophy) für Lehrer vor - dies würde eine weitreichende Qualitätsverbesserung mit sich bringen. Generell gebe es "noch eine Menge im Bereich der Pädagogischen Hochschulen zu tun, um sie zu echten Hochschulen zu machen". Die Koalitionsvereinbarung gebe dafür "einen umfassenden Handlungsauftrag" - er sei "zuversichtlich, dass uns dies im Rahmen der Großen Koalition gelingen wird".

ÖH-Mitglieder

Das Hochschülerschaftsgesetz gilt ab 1. Oktober 2007 auch für die zu diesem Zeitpunkt vollständig in Kraft tretenden Pädagogischen Hochschulen (PH). Die Regelungen für die Studentenvertreter an den PH werden damit weitgehend an jene für die Unis angepasst. Anders als die Studenten an Privatuniversitäten werden aber die Studenten an privaten PH Mitglieder der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH). Dies sieht ein vom Wissenschaftsministerium zur Begutachtung ausgesendeter Gesetzes-Entwurf vor.

Laut Akademiegesetz werden ab Herbst 2007 die bisherigen Pädagogischen Akademien (Pädaks) und Pädagogischen Institute (PI) in Hochschulen umgewandelt. Die Pädaks und PI des Bundes werden in neun PH zusammengefasst. Neben den staatlichen PH gibt es auch private von der Kirche getragene Hochschulen geben, die akkreditiert werden müssen.(APA)

  • Pädagogische Hochschulen sollen künftig mehr Recht auf Selbstbestimmung erhalten.
    foto: derstandard.at/türk

    Pädagogische Hochschulen sollen künftig mehr Recht auf Selbstbestimmung erhalten.

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