Südostanatolien führt Euro ein

30. April 2007, 21:20
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Währung dient aber nur zur Berechnung der Wassergebühren - Bewohner empört, weil sich Wasserpreis verdoppelte

Istanbul - Der Euro hält Einzug in Südostanatolien: Wie die Zeitung "Hürriyet" am Donnerstag berichtete, hat die Stadtverwaltung von Siirt im Südosten der Türkei beschlossen, die Europa-Währung als Grundlage für die Berechnung der Wassergebühren heranzuziehen. Bürgermeister Mervan Gül begründete den Schritt damit, dass eine Berechnung auf Euro-Basis die Rückzahlung eines Millionenkredits erleichtere. Mit dem Kredit der deutschen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit einem Volumen von 21 Mio. Euro soll das Wasser- und Abwassernetz in Siirt modernisiert werden. Die Arbeiten sollen in wenigen Tagen beginnen.

Preis auf Euro-Basis

Nach den Plänen von Bürgermeister Gül werden die Bewohner von Siirt ihre Wasserrechnung zwar nach wie vor in Türkischer Lira bezahlen, doch wird der Wasserpreis auf Euro-Basis berechnet. Damit werde die Planung für die Kreditrückzahlung einfacher, argumentiert Gül.

Nicht jeder in Siirt ist laut "Hürriyet" von der Idee begeistert, zumal sich der Euro auch in Südostanatolien sofort als Teuro erwies: Nach der Umstellung auf den Euro habe sich der Wasserpreis gleich mehr als verdoppelt. Wenn der Kurs des Euro steige, werde die Wasserrechnung automatisch noch höher, beschwerten sich einige Stadtbewohner dem Blatt zufolge. Tatsächlich plant der Bürgermeister schon eine weitere Erhöhung. Oppositionspolitiker in der Hauptstadt Ankara warfen dem Bürgermeister vor, mit seiner Euro-Politik die Unabhängigkeit und Ehre der Türkei zu verletzen. (APA/AFP)

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