Ex-Yline-Chef Böhm heuert bei früherer Wirtschaftsprüferin an

18. April 2007, 10:10
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Früherer IT-Manager gestaltet jetzt Werbemittel, verfolgt aber auch neue Software-Projekte

Der frühere Chef der Pleite gegangenen Wiener Internet-Firma YLine, Werner Böhm, hat bei seiner früheren Wirtschaftsprüferin angeheuert. Wie aus dem Firmenbuch hervorgeht, vertritt Böhm schon seit dem Vorjahr als Geschäftsführer die auf die Werbemittelgestaltung und -verteilung spezialisierte Hans Pressel Beteiligungs-GmbH und das IT- und Softwareberatungsunternehmen CoBase (früher: Workforce). Beide Firmen gehören zu 100 Prozent Elfriede Sixt, die damals als Mitarbeiterin des Wirtschaftsprüfers Ernst&Young die Bilanzen von YLine testiert hatte.

Aktivitäten

Seit dem Niedergang von YLine vor knapp sechs Jahr hat Böhm bereits mehrere Aktivitäten gestartet. Gemeinsam mit seinem ehemaligen YLine-Sprecher Willibald Berner gründete er die Financial Project Enforcement and Consulting GmbH (Proforce), die Firmen vor der Pleite bewahren sollte. Kurz danach übernahm er die Geschäftsleitung der Muttergesellschaft und EDV-Dienstleistungsfirma Powerteam Consulting. In beiden Firmen ist er nach wie vor als Geschäftsführer eingetragen.

Masseverwalter

Einen Teil seines Gehalts muss er allerdings an den Masseverwalter der YLine abliefern. Wie erst vor kurzem bekannt geworden war, soll Böhm im Zivilrechtsstreit einem Vergleich mit dem Masseverwalter zugestimmt haben, wonach er sich selbst zur Rückzahlung von Geldern an die Gläubiger bereit erklärte.

Pleite

Yline war 2001 mit mehr als 22 Mio. Euro in die Pleite geschlittert. Die Staatsanwaltanwaltschaft ermittelt in der Sache wegen des Verdachts auf Betrug, Untreue, Bilanzfälschung und Insiderhandel gegen mehrere Personen, darunter neben dem Vorstand auch gegen damalige Aufsichtsräte und den Wirtschaftsprüfer. Im Zentrum der Ermittlungen steht ein Gutachten im Auftrag des Masseverwalters, wonach das Unternehmen für übernommene Firmen an Verkäufer im Naheverhältnis von YLine 36 Mio. Euro zu viel gezahlt haben soll - zum Teil durch Ausgabe neuer Aktien, die an der Börse dann versilbert worden sein sollen. Böhm hat die Vorwürfe stets bestritten und eine Klage gegen den Gutachter angekündigt.(APA)

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