Im Vergnügungspark

4. April 2007, 19:30
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Und wie alles, was letztlich in Wien totz Geldmangels doch stattfindet, gab es auch die "Prater Art Sessions" trotzdem

Und jetzt kurz an letzten Freitag denken! Genau: Da gab es die erste Auflage der "Prater Art Sessions". Und wie alles, was letztlich in Wien dann doch stattfindet, gab es auch die "Prater Art Sessions" trotzdem.

Sie begannen Monate vorher mit einer Idee, einem Konzept, einer Portion Selbstausbeutung. Und der Suche nach Geld. Letztere lässt sich in Wien nun wirklich nicht geheim halten, und so waren rasch all jene beleidigt, die nicht von vornherein in das Projekt eingebunden waren. Die fühlten sich ausgegrenzt. Nicht etwa, weil sie stets freudig "Ja!" zu Idealismus und Selbstausbeutung sagen würden, sondern wohl deshalb, weil sie vermutet haben, dass da Finanzflüsse womöglich um ihre angestammten Territorien herumgeleitet werden könnten. Und so kam das Projekt ins Trudeln. Durfte es doch plötzlich - durch unbedachte Mächte bedrängt - nicht mehr im Rahmen der "ViennaFair" statt finden.

Fair oder nicht, hat sich der "Verein Prater Art Sessions" gedacht - wir machen's trotzdem, wenn's denn sein soll, dann eben vor der Messe. Und so gelangte es in einer kühlen Freitagnacht zwischen der Restauration "Zum Holländerschiff", der Bude "Bonanza" und dem "Turbo Autodrom Testarossa" zu einer Praterbelebung, wie sie lebendiger nicht sein könnte. Zur nächsten Auflage sei einem Stadtrat mit Überblick dringend geraten, sich das anzusehen. Vielleicht ja ließen sich die Million zur angedachten Disneyfizierung des so wunderbar melancholischen Areals doch sinnvoller einsetzen. (mm/ DER STANDARD, Printausgabe, 5.4.2007)

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    montage: derstandard.at
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