Missmanagement an Managementschule

5. Juli 2007, 12:56
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FH Kufstein im Kreuzfeuer der Kritik

Innsbruck/Kufstein - Massive Vorwürfe gegen die Leitung der Fachhochschule Kufstein werden von Studierenden erhoben. Die Rede ist von Vetternwirtschaft und Seilschaften, sowie von Eingriffen in Prüfungen und Lehre. Der Fachhochschulrat hat Geschäftsführer Norbert Witting schriftlich zur Stellungnahme aufgefordert. FH-Ratspräsident Leopold März hat von einem massiv gestörten Studienbetrieb gesprochen und mit einem Entzug der Akkreditierung gedroht.

Witting ist darüber "äußerst befremdet" und überzeugt, alle Vorwürfe ausräumen zu können.

Zwei Kündigungen

Das Fass zum Überlaufen gebracht haben die Kündigungen einer angesehenen Dozentin und einer der sieben Lehrgangsleiterinnen. Man hätte sich zu diesen "disziplinären Maßnahmen gezwungen gesehen", sagt Witting und betont, man hätte den beiden angeboten, künftig extern mitzuarbeiten. Einen Zusammenhang mit der erstmaligen Wahl eines Betriebsrats bezeichnet Witting als "völlig aus der Luft gegriffen". Faktum ist, dass die Kündigungen wenige Tage vor der maßgeblichen Betriebsversammlung erfolgt sind. Beide gekündigten Lehrenden standen auf dem Wahlvorschlag und wurden inzwischen in den Betriebsrat gewählt. Beide Kündigungen werden mit Unterstützung der GPA beim Arbeitsgericht bekämpft.

Vor allem im Studiengang "Sport-, Kultur- und Veranstaltungsmanagement" ist unter den 250 Studierenden der Unmut groß. Nach einer Protestversammlung steht nun ein Streik im Raum.

Bei den Untersuchungen durch den FH-Rat gehe es auch um Plagiatsvorwürfe gegen einen Lehrenden an der FH, vermutet ein Mitglied des Kollegiums.

Die FH Kufstein besteht seit 1997, der Schwerpunkt der Studiengänge für 1100 Studierende liegt bei Wirtschaftsfächern. Träger der FH ist ein Verein, in dem die Stadtgemeinde Kufstein ein maßgebliche Rolle spielt. (hs/DER STANDARD Printausgabe, 4. April 2007)

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