FP-Wien und ÖBB fordern Neugestaltung des Bahnhofs Praterstern

27. Juli 2000, 14:14

"Ein Schandfleck, der auch weh tut" - Stadtrat Prinz fordert Verantwortliche zum Start von Neuplanung auf

Wien - Der Bahnhof Praterstern in Wien-Leopoldstadt ist den Bewohnern der Bundeshauptstadt im wahrsten Sinne des Wortes ein Dorn im Auge. FP-Stadtrat und Planungssprecher seiner Fraktion, Walter Prinz, forderte deshalb heute, Donnerstag, Vizebürgermeister Bernhard Görg (V) und die ÖBB auf, im Zuge des Ausbaus der U2 nach Aspern eine Attraktivierung dieses Verkehrsknotenpunkts voranzutreiben. Die Sprecherin der ÖBB, Viktoria Kickinger, stimmte dem Ansinnen zu: "Der Bahnhof ist ein Schandfleck, der auch uns sehr weh tut."

Keine Anstalten

Prinz kritisierte, dass - trotz notwendiger Umbaumaßnahmen im Zuge des U-Bahn-Baus - weder die Wiener Stadtplanung noch die Bahn "Anstalten" machten, "konkrete und vor allem akkordierte Planungen aufzunehmen. Die 'nur net hudeln'-Mentalität des Planungsstadtrats ist gerade angesichts der sich bietenden Chance zur dringend notwendigen Attraktivierung des gesamten Bereichs rund um den Praterstern völlig fehl am Platz", erklärte der FP-Politiker in einer Aussendung.

Vielleicht Druck auf Geldgeber

Kickinger ist grundsätzlich einer Meinung mit Prinz. Nur: "Es handelt sich dabei nicht nur um unsere Angelegenheit. Da haben Land Wien und Bund auch noch etwas mitzureden", sagte sie. Prinz sei aber "gut informiert", wenn er sage, dass sich derzeit nichts tue. "Es schaut wirklich schlecht aus. Der Bahnhof Praterstern ist in der Prioritätenliste der Stadt und des Bunds aber leider weit hinten gereiht. Vielleicht tut da ein bisschen Druck auf die Geldgeber ganz gut."

Private Investoren sind günstige Lösung

Einen Weg, das Areal ohne allzu große finanzielle Strapazierung der öffentlichen Hand neu zu gestalten, gebe es aber durchaus: "Wir würden es begrüßen, wenn die Stadt Wien eine Offensive starten würde, um private Investoren aufzutreiben. Der Praterstern wäre nämlich durchaus ein attraktiver Standort für die Privatwirtschaft", ist sich Kickinger sicher.

Wenigstens Putzoffensive

Noch aber zeichnet sich nichts in diese Richtung ab. Um den tausenden Passagieren, die täglich durch die Hallen und Gänge des desolaten Bahnhofs müssen, eine zumindest minimale Verbesserung zu bieten, werde demnächst eine Putzoffensive gestartet, versprach Kickinger. "Und auch eine behindertengerechte Ausstattung ist für den Bahnhof Praterstern geplant." (APA)

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