Buenos Aires will Falklands "um jeden Preis"

5. Juli 2007, 15:16
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Präsident Kirchner mied zentrale Gedenkveranstaltung - Erdöl-Vereinbarung mit London gekündigt

Buenos Aires/London/Caracas - Argentinien will seinen Anspruch auf die zu Großbritannien gehörenden Falkland-Inseln vor der Küste Patagoniens "um jeden Preis" aufrechterhalten. Der Dialog mit London solle "mit der ganzen Kraft dessen geführt werden, der im Recht ist", bekräftigte Vize-Präsident Daniel Scioli am Montag bei der zentralen Gedenkfeier in Feuerland aus Anlass des 25. Jahrestages der Besetzung der Inseln im Südatlantik durch argentinische Truppen.

Die Malvinas, wie die Falkland-Inseln in Argentinien genannt werden, "sind, waren und werden immer argentinisch sein", bekräftigte Scioli. Daran könne auch der Krieg, der am 14. Juni 1982 mit der Kapitulation der argentinischen Truppen endete, nichts ändern.

Angebot

Argentiniens Präsident Nestor Kirchner, der eigentlich Hauptredner sein sollte, blieb der Veranstaltung fern. Medien spekulierten, er habe sozialen Protesten aus dem Weg gehen wollen. Großbritannien hatte ein Angebot für die Angehörigen der gefallenen argentinischen Soldaten erneuert, auf den Inseln eine Gedenkveranstaltung zu ermöglichen. Ein ähnliches Angebot war zuvor nach britischen Angaben von Argentinien abgelehnt worden.

In der vergangenen Woche hatte Argentinien eine Vereinbarung mit London über die gemeinsame Erdölsuche im Bereich der Falkland-Inseln gekündigt. "Das Übereinkommen hat unserem Land nichts gebracht und es stattdessen wiederholten illegalen Schritten durch Großbritannien ausgesetzt", hatte Außenminister Jorge Taiana erklärt. Alle Unternehmen, die sich an der Erdölsuche rund um die Malvinen beteiligten, würden in Argentinien keine Lizenzen mehr erhalten.

Dabei hatte zum 25. Jahrestag des Beginns des Falkland-Krieges die britische Regierung Bedauern über die Todesopfer auf beiden Seiten geäußert. Außenministerin Margaret Beckett erklärte am Sonntag, die Verluste auf argentinischer und britischer Seite seien "eine Quelle anhaltenden Bedauerns".

Offenbar im Zusammenhang mit dem Jahrestag stand eine Bombendrohung gegen die britische Botschaft in der venezolanischen Hauptstadt Caracas. Danach musste auch die im selben Gebäude untergebrachte deutsche Botschaft geräumt werden. Auch andere Büros in dem 14-stöckigen Gebäude wurden am Montag für mehrere Stunden evakuiert.

Ein anonymer Anrufer habe Spanisch mit argentinischem Akzent gesprochen, berichtete der US-Sender CNN. Ein Sprengsatz wurde nicht gefunden. Die Arbeit der britischen Botschaft habe wohl gestört werden sollen, sagte der Chef der venezolanischen Geheimpolizei.

Vor 25 Jahren, am 2. April 1982, hatten argentinische Truppen die fast ausschließlich von britischstämmigen Kelpern bewohnten Falkland-Inseln besetzt. Britische Expeditionstruppen eroberten sie zurück. Während des 74-tägigen kriegerischen Konflikts starben Hunderte argentinischer und britischer Soldaten sowie drei Falkländerinnen. Danach erhielten die schon 1833 von Großbritannien besetzten Inseln den Status einer britischen Kronkolonie. (red/APA/dpa/Reuters)

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    1. Mai 1982: Der argentinische Kreuzer "General Belgrano" sinkt nach Torpedierung durch die britische Marine

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