Abtreibung übertrifft Vergewaltigung

18. Juni 2007, 17:52
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Lebensschützer sind in Wien und der Steiermark mit seltsamen Methoden aktiv

Wien/Graz/Linz - "Die Vergewaltigung hätte ich noch verkraftet - aber die Abtreibung war zuviel" steht unter dem Bild einer scheinbar verzweifelten jungen Frau, die einen Plastikembryo in der Handfläche hält. Ob es ein erfundenes Zitat ist oder nicht, geht aus dem Folder "Mensch wie Du und ICH", der dieser Tage an alle Haushalte im 15. Wiener Gemeindebezirk versandt worden ist, nicht hervor. Dafür der Absender: der Verein "Jugend für das Leben", genauer "Dipl. Päd. Norbert Rauscher". Der im Begleitschreiben zum Boykott der Lugner City im selben Bezirk auffordert. Weil dort ein sexualmedizinisches Zentrum eröffnet worden ist, in dem auch abgetrieben wird.

Will man von den jungen Lebensschützern wissen, ob ihrer Meinung nach eine Vergewaltigung tatsächlich weniger schlimm als eine Abtreibung sei, wird nicht direkt geantwortet. Sondern auf den deutschen Verein Rahel, von dessen Webseite das Zitat stamme, verwiesen. Was wenig hilft: Ist Rahel doch selbst eine Lebensschützer-Vereinigung, zu deren Standpunkten es laut Homepage gehört: "Ein Entschluss zur Abtreibung wird durch äußere Zwänge getroffen; häufig ist es eine Entscheidung aus Angst, Panik, Verzweiflung und nicht die freie Gewissensentscheidung."

Vorträge in Schulen

Stellung nimmt "Jugend für das Leben" dagegen mittels Aussendung zur Warnung der steirischen Jugendlandesrätin Bettina Vollath (SPÖ) vor Vorträgen der Gruppe in steirischen Schulen. Die wolle damit "ein sehr erfolgreiches Peer-Education-Programm" verhindern. Die Erziehung - also Education - besteht nach einem Bericht des ORF Steiermark unter anderem in der Bezeichung der Antibabypille als "Frühabtreibung" und der Forderung nach der strafrechtlichen Verfolgung von Ärzten, die einen Schwangerschaftabbruch durchführen. (moe/DER STANDARD-Printausgabe, 03.04.2007)

  • Demos haben nicht gefruchtet, nun versuchen Abtreibungsgegner mit Boykottaufrufen ein Medizinzentrum in der Lugner City zu beseitigen. Mit kruden Argumenten.
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    Demos haben nicht gefruchtet, nun versuchen Abtreibungsgegner mit Boykottaufrufen ein Medizinzentrum in der Lugner City zu beseitigen. Mit kruden Argumenten.

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