Bauernbund und Seniorenbund rangeln um ÖVP-Pensionisten

10. April 2007, 09:53
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Schwarzenberger neuer Ombudsmann für Sozialfragen und Senioren bei Landwirte-Vertretung - Unzufriedenheit mit Berufsschutz

Wien - In der ÖVP hat eine interne Rangelei um die Pensionisten begonnen. Am Montag stellte der Bauernbund seinen neuen Ombudsmann für Sozialfragen und Senioren, Georg Schwarzenberger, vor. "Dieser wird nicht in der Zentrale in Wien sitzen", meinte Bauernbund-Präsident Fritz Grillitsch, "sondern in den Bundesländern Sprechstunden abhalten". Mehrere Pensionisten hatten sich - so heißt es - unzufrieden mit dem Seniorenbund gezeigt.

"Heikles Thema"

Beim Seniorenbund wollte man das Vorpreschen durch die Landwirte-Vertretung gegenüber der APA vorerst nicht kommentieren, da es sich um ein "heikles Thema" handle. Fix ist: Derzeit zählt der Seniorenbund an die 300.000 Mitglieder, Bauernpensionisten gibt es an die 180.000. An die Hälfte der Seniorenbund-Mitglieder würden also die Landwirte ausmachen, lautet die Schätzung. Zwischen Seniorenbund-Obmann Andreas Khol und Grillitsch gab es immer wieder Meinungsverschiedenheiten, zuletzt in der Frage des Verbleibs von Karl-Heinz Grasser in der Regierung.

Für Grillitsch ist der neue Ombudsmann, der seit 1. April amtiert, "kein Aprilscherz, sondern Tatsache", wie er bei dessen Vorstellung betonte. Schwarzenberger war der unmittelbare Vorgänger Grillitschs. Der 65-jährige Salzburger war zwölf Jahre Bauernbund-Präsident und saß 20 Jahre lang im Nationalrat.

Bauernbund will führen

Nun will der Bauernbund auch thematisch die Führung übernehmen. Etwa beim Berufsschutz für Landwirte, mit dem Schwarzenberger ganz und gar nicht zufrieden ist. "Wir sind Unternehmer und Facharbeiter und trotzdem haben wir den gleichen Berufsschutz wie Hilfsarbeiter." Der Berufsschutz ermöglicht derzeit den Pensionsantritt für Landwirte mit 57 Jahren, gewünscht wird eine Senkung auf 50 Jahre, wie es etwa bei Gewerbetreibenden üblich ist.

Schwarzenberger verwies auf "bedauerliche Einzelfälle", die die derzeitige Regelung hinterfragenswert machten: So wurden etwa einer 52-jährige Niederösterreicherin mit Herzproblemen vorgeschlagen, als Kassiererin oder Tagportierin zu arbeiten. Eine ebenso alte steirische Bäuerin mit Multipler Sklerose wurde ebenfalls noch als anlernbar eingestuft und auf einen anderen Job verwiesen. Und auch einem 56-jährigen Kollegen ging es nicht anders. (APA)

  • Am Montag stellte Bauernbund-Präsident Fritz Grillitsch (r.) seinen neuen Ombudsmann für Sozialfragen und Senioren, Georg Schwarzenberger (l.) vor. und fischt damit im Gehege des ÖVP-Seniorenbundes.
    foto: bauernbund

    Am Montag stellte Bauernbund-Präsident Fritz Grillitsch (r.) seinen neuen Ombudsmann für Sozialfragen und Senioren, Georg Schwarzenberger (l.) vor. und fischt damit im Gehege des ÖVP-Seniorenbundes.

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