"Alle anderen zocken ab"

2. Oktober 2007, 17:32
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One-Geschäftsführer Michael Fried teilt im Interview über die Übernahmegerüchte, Roaminggebühren und fragwürdige Geschäfts- praktiken nach allen Seiten kräftig aus

Der Mobilfunkanbieter One steht trotz massivem Kundenzuwachs im letzten Jahr immer wieder in den Negativschlagzeilen. "4 zu 0" erregt Unmut bei den Konsumentenschützern und die Konkurrenz schürt weiterhin Gerüchte über eine baldige Übernahme des Konzerns. "Offensichtlich haben wir die Mitbewerber so verunsichert, dass ihnen nichts mehr anderes überbleibt, als permanent diese Gerüchte zu streuen", verteidigt One-Geschäftsführer Michael Fried im Interview mit Zsolt Wilhelm die Position seines Unternehmens.

WebStandard: Mit dem 1. April endet Ihr erstes Jahr bei One. Wie lautet Ihr Resümee?

Michael Fried: Wir haben mit "4 zu 0" etwas Revolutionäres auf den Markt gebracht, einen Tarif dessen Name auch gleich Programm ist – vier Netze um Null Cent. Durch die zig Ausnahmen, welche die Tarife mit sich brachten und den Information-Overload durch die Werbepenetration aller Mobilfunkanbieter, war der Schritt zu einer derartigen Vereinfachung und Transparenz längst überfällig. "4 zu 0" war, ist so attraktiv, dass wir innerhalb eines Dreivierteljahres über 250.000 Kunden gewinnen konnten.

WebStandard: Wie sieht es mit den Investitionen in mobiles Breitband und One-Music aus?

Michael Fried: Wir haben uns innerhalb von ein paar Monaten als "der Musikanbieter" positioniert, durch Kooperationen mit allen großen Musiklabels und durch die Optimierung der "Ladezone". Wir haben natürlich auch durch die "One Loves Music"-Kampagne für Furore gesorgt und wir haben den Fingerbreakdance-Contest gestartet. Wir haben also zum Thema Musik wirklich viel beigetragen, uns um die Musikbegeisterten gekümmert und damit anscheinend den Nerv der Zeit getroffen.

WebStandard: One-Music mag ja vom Geschäftsmodell her gut klingen – ist aber auch ein Kundenfänger?

Michael Fried: Kundenfänger. Was heißt Kundenfänger. Es gibt genug One-Music-Kunden und vor allem begeisterte Music-Kunden, die einfach aktuelle Songs auf ihrem Handy haben wollen. Das Handy ersetzt mittlerweile den mp3-Player. Nicht, das die jetzige Handy-Generation alle iPods ersetzt, aber im klassischen mp3-Gebrauch schon. Man kann mit einem Gerät nicht mehr nur SMS schicken, telefonieren oder Emails abrufen, sondern eben auch Musik hören.

WebStandard: Wie hoch sind denn die Nutzerzahlen vom Musik-Angebot?

Michael Fried: Ungefähr jeder zehnte Neukunde nimmt das One-Music –Angebot wahr.

WebStandard: Zurück zur Bilanz

Michael Fried: Neben "4 zu 0" und One-Music stand heuer mobiles Breitband. Wir hatten vorheriges Jahr als einziger Anbieter mobiles Breitband zu kostenlosen Testen. Mit einer Investition von 260 Millionen Euro in den nächsten zwei Jahren haben wir uns dem Thema Breitband voll verschrieben und vor zwei Wochen haben wir H.U.I. gebracht. Das ist wie eine Bombe eingeschlagen.

WebStandard: Wie viele Kunden wurden mitgerissen?

Michael Fried: Wir haben innerhalb der ersten drei oder vier Wochen 10.000 Kunden dazugewonnen.

WebStandard: Und wie viele nutzen insgesamt Ihr Breitband-Angebot?

Michael Fried: Diese Zahl geben wir nicht bekannt.

WebStandard: Aha…

Michael Fried: Ich denke, die 10.000 neuen User sprechen für sich. Mit H.U.I. haben wir mobiles Breitband zu Festnetzpreisen gebracht, das den Markt aufgerollt hat. Die Preise davor waren anscheinend prohibitiv teuer. 1 Gigabyte für 20 Euro (im Monat) ist etwas, dass es vorher nicht gab. Und ganz wichtig: Natürlich haben die Mitbewerber wieder versucht uns im Pricing zu kopieren. Aber wir sind die einzigen mit einer absoluten Kostenkontrolle. Das heißt, bevor Sie das maximal verfügbare inkludierte Datenvolumen erreichen, bekommen Sie ein SMS, in dem Sie gefragt werden ob Sie weitere fünf Euro draufzahlen wollen für diesen Monat. Wenn ja, bekommen Sie das Doppelte – 2 Gigabyte statt 1 Gigabyte – für fünf Euro und wenn Sie dies nicht wollen, dann wird die Geschwindigkeit gedrosselt. Alle anderen zocken dann mit ihren Kosten für jedes weitere Megabyte ab.

WebStandard: Wie hoch ist die Netzabdeckung Ihres mobilen Breitbands?

Michael Fried: Wir decken alle Ballungszentren und alle Gemeinden mit 5.000 Einwohnern ab, bis Ende 2007 sind es alle Gemeinden mit 3.000 Einwohnern.

WebStandard: Neben allen zusätzlichen Angeboten, zeigt sich, dass (wenig überraschend) die Telefonie immer noch bestimmend ist. "4 zu 0" ist bereits ein Ansatz, aber wann werden wir echte Flatrates sehen? Wie sieht es in einem Jahr aus?

Michael Fried: Eine echte Flatrate bieten wir seit zwei Tagen mit "9 zu 0" an. Sie beinhaltet die neun gängigsten Mobilfunkanbieter. Das ist mit 69 Euro sicherlich so "bepreist", wie man es sich vor einigen Jahren noch nicht hätte vorstellen können. In einem Jahr wird unser Musikangebot weiter ausgebaut sein und der Wettbewerb wird nicht mehr nur über das "smart price leadership" ausgetragen, sondern auch über das Zusatzangebot.

WebStandard: Ihr "4 zu 0"-Tarif kam vor einiger Zeit in die Kritik des Konsumentenschutzes, als sich herausstellte, dass Kunden gekündigt wurden, weil diese angeblich zu viel telefoniert hatten. One-Chef Jörgen Bang-Jensen hat in einem Interview im Februar gemeint: "Wir haben schon beim Launch des "4 zu 0"-Tarifs gewusst, dass es Probleme geben wird". Wie kann man ein Produkt auf den Markt bringen, von dem man vorher weiß, dass es Probleme bringen wird?

Michael Fried: Jörgen Bang-Jensen ist ja Däne. Ich glaube, vielleicht dadurch, dass Deutsch nicht seine Muttersprache ist, wurde er hier falsch interpretiert oder falsch zitiert. Vielleicht wollte er es auch einfach nicht so sagen. Fakt ist, dass wir 99 Prozent zufriedene Kunden haben. Es waren nur einige Hundert, die durch ständig ausuferndes Telefonie-Verhalten gegen die Fair-Use-Bestimmungen verstoßen haben. Es gibt Fälle, die 15.000, 19.000 oder gar 25.000 Minuten pro Monat telefoniert haben. Wir waren die ersten, die einen Tarif mit einer echten Fair-Use-Klausel gebracht haben – ohne Minutenlimit. Wir wollten einfach sehen, wie das genutzt wird. Wir waren uns eines gewissen Risikopotentials bewusst, wir wollten einfach schauen, wie sowas geht, wie es angenommen wird. Wir sind von einem monatlichen Telefonievolumen von etwa 500 Minuten ausgegangen. Das ist übrigens doppelt so viel wie das durchschnittliche Telefonievolumen laut RTR-Telekom-Monitor 2006. Es gibt leider Kunden, die sich unfair verhalten. Wie gesagt, 25.000 Minuten kann ja nicht normal sein. Wenn man das fachgewerblich missbraucht, müssen wir dem natürlich einen Riegel vorschieben.

WebStandard: Was würde man noch tolerieren?

Michael Fried: Schauen Sie, wir haben mit 2007 bei "4 zu 0" ein Limit eingezogen, das bei 1.100 Minuten liegt. Ähnlich wie die schlechte Kopie der Mobilkom. Auch hier haben wieder alle versucht uns zu kopieren, wie bei H.U.I.. Das heißt, wir sind mittlerweile der Vorreiter, wir sind der Hecht im Karpfenteich und die anderen versuchen uns zu kopieren. Aber, wenn jemand bei uns 1.100 Minuten oder von mir aus auch 1.500 Minuten telefoniert, dann ist das okay.

weiter: Roaminggebühren: "Grundsätzlich bin ich gegen jede Regulierung", Leidet "3"-Chef Thoma unter Realitätsverlust? – Diskont-Telefonie: "Mit solchen Tricks arbeiten wir nicht."

WebStandard: Springen wir über zum Raoming, bleiben wir aber beim Pricing: Der Vorschlag der EU, die Roaming-Gebühren zu regulieren hat die Anbieter in zwei Lager geteilt. Zum einen meint etwa "3"-Chef Berthold Thoma, die Regulierung sei gut, die Zielsetzung aber immer noch zu hoch und zum anderen wehren sich einige Anbieter gegen das Eingreifen der Kommission. Auf welcher Seite stehen Sie – für oder gegen die Regulierung?

Michael Fried: Grundsätzlich bin ich gegen jede Regulierung von außen. Da sich der Markt sowieso selbst reguliert, wie man an den Inlandstarifen sieht. Wir haben die absolut niedrigsten Inlandstarife in ganz Europa und als Tourismusland profitiert Österreich vom Roaming. Die Einnahmen durch Roaming ermöglichen den Betreibern auch Standorte in den entlegensten Gebieten – Tälern, Bergen, etc. – rentabel zu machen, was wiederum den einheimischen Handynutzern zugute kommt. Deshalb halten wir die von der EU geführte Diskussion für vollkommen überzeichnet.

WebStandard: Was sagen Sie dazu, dass Berthold Thoma meint, 100 Prozent Tarif-Aufschlag für Roaming stellen das Maximum dar?

Michael Fried: Schauen Sie, wenn das ein CEO eines Mobilfunkers sagt, der es nach mehr als vier Jahren nicht geschafft hat, über die Wahrnehmungsschwelle von 5 Prozent Marktanteil zu kommen, sich hier äußert und auch als Gewinner darstellt, dann kann das nur mit Realitätsverlust begründet werden. Dazu möchte ich mich überhaupt nicht äußern, was ein Thoma sagt.

WebStandard: Aber was sagen Sie denn den Nutzern, warum Roaming in manchen Fällen das Einhundertfache oder gar Fünfhundertfache kostet?

Michael Fried: Entschuldigen Sie, was sagen Sie – das Fünfhundertfache? Also da sollten Sie die Kirche schon im Dorf lassen…

WebStandard: …beim Datenroaming.

Michael Fried: Da sprechen Sie einen Punkt an, wo sich definitiv etwas ändern muss, gerade beim Datenroaming. Aber auch hier, wie wir es bei den Inlandstarifen sehen, tut sich ja auch dank H.U.I. einiges. Aber da haben Sie vollkommen Recht, hier muss sich dieses Jahr definitiv etwas ändern, weil es unverständlich ist, warum im Datenroaming noch immer so prohibitive Preise verlangt werden.

WebStandard: Wie viel Aufschlag für Roaming ist Ihrer Ansicht nach gerechtfertigt?

Michael Fried: Wir liegen mit unseren Packages ja teilweise jetzt schon unter den EU-Vorschlägen. Der Vorschlag an sich ist ja nicht schlecht. Nur hier regulatorisch einzugreifen, in einen Markt, der ohnehin derart umkämpft ist… Ich brauche diese Regulierung nicht.

WebStandard: Umkämpft ist auch der Diskontmarkt. Ist das Modell eines Mobilfunk-Diskonters in erster auf Profite oder Kundenbeschaffung aus?

Michael Fried: Na, also eine gewisse Profitabilität muss auf jeden Fall gewährleistet sein und wir haben mit Yesss ja – leider war das vor meiner Zeit – gezeigt wie es geht und schöpfen nach wie vor (in diesem Bereich) den größten Kundenstock ab. Auch weil Yesss immer am günstigsten sein wird. Yesss hat nicht nur Trends gesetzt, sondern auch bei allen Versuchen kopiert zu werden mehr als nur mitgezogen. Yesss ist das Paradebeispiel, wie man mit einem richtigen Angebot und der richtigen Vertriebsschiene hier (am Diskontmarkt) reüssieren kann. Was man von den anderen nicht unbedingt behaupten kann.

WebStandard: Trotzdem, weshalb gibt zu Yesss keine Geschäftszahlen?

Michael Fried: Wieso gibt es keine zu "bob"?

WebStandard: Sie wollen ja an dieser Stelle keine anderen kommentieren. Wir reden jetzt über One und Yesss – weshalb liegen keine Geschäftszahlen vor? Ist es doch so, dass man hier einige Scheinkunden hat, die das Produkt nur einmal kaufen und dann nie wieder verwenden…

Michael Fried: Also hier arbeiten wir nicht mit den Mitteln anderer, die das EBIDTA darstellen ohne Kundengewinnungskosten. Man kann immer Umsatz ohne Kosten darstellen, das ist ja ganz schön, wenn man dann von EBIDTA spricht. Mit solchen Tricks arbeiten wir nicht.

WebStandard: Aber haben Sie eine Ahnung, wie viele von den 500.000 Kunden das Angebot regelmäßig nutzen?

Michael Fried: Es sind erstens mehr als 500.000 Kunden und leider kann ich Ihnen dazu keine Auskunft geben.

WebStandard: Wird es in nächster Zeit Geschäftszahlen zum Diskont-Angebot geben?

Petra Jakob (One-Pressesprecherin): Yesss ist eine hundertprozentige Tochter von One, die von Josef Mayer geführt wird. Ich würde Sie bitten, dass Sie Fragen diesbezüglich auch an den Herrn Mayer richten.

Michael Fried: Ich bin operativ nicht für Yesss zuständig.

WebStandard: Ich habe mit ihm schon einmal gesprochen. Da wollte er mir auch nichts Genaues sagen. Wechseln wir zu den Übernahmegerüchten rund um One. Das scheint ja zurzeit das interessanteste Thema zu sein…

weiter: One-Übernahmegerüchte: "Man hat ja fast das Gefühl, dass manche Journalisten das in ihrem Outlook als permanenten Termin eingetragen haben, um das Thema „One und potentieller Verkauf“ monatlich auf das Tapet zu bringen."

Michael Fried: Dazu werde ich Ihnen wahrscheinlich am wenigsten sagen können…

WebStandard: Wahrscheinlich, dennoch ist es schon lange bekannt, dass der größte Anteilhaber von One, der Energiekonzern EON (siehe Grafik links) seine Anteile verkaufen will.

Michael Fried: Es jährt sich bald zum sechsten Mal.

WebStandard: Mittlerweile haben andere Konzerne, wie Orascom oder KPN öffentlich Interesse an One gezeigt. Ist One überhaupt daran interessiert zu verkaufen?

Michael Fried: Das müssen Sie die Eigentümer fragen. Wir vom Management arbeiten sicher unter jedem Eigentümer gerne und ich kann Ihnen versichern, dass wir genauso erfolgreich bleiben, wie wir es im letzten Jahr gezeigt haben. Wir vom Management, und das meine ich jetzt ganz ernst, wollen überhaupt keine Verantwortung irgendwohin abschieben. Wir konzentrieren uns voll auf das operative Geschäft und konzentrieren uns voll darauf, weiterhin der Hecht im Karpfenteich zu bleiben.

WebStandard: Wie geht man eigentlich intern mit diesen ständigen Übernahmegerüchten um?

Michael Fried: Schauen Sie, die werden ja auch permanent vom Mitbewerb geschürt.

WebStandard: Wie wirkt sich das auf die Moral des Unternehmens aus?

Michael Fried: Naja, das es nicht ideal ist, ist logisch. Nur offensichtlich haben wir wiederum die Mitbewerber so verunsichert, so in die Enge getrieben und so nervös gemacht mit unserem Erfolg, dass ihnen nichts mehr anderes überbleibt, als permanent diese Gerüchte zu streuen. Und wenn ich beispielsweise die Postings Ihrer User anschaue, die ich ja auch immer wieder verfolge, dann wissen Sie ja auch, dass einige davon auch schon die Nase voll haben von diesen Übernahmegerüchten. Man hat ja fast das Gefühl, dass manche Journalisten das in ihrem Outlook als permanenten Termin eingetragen haben, um das Thema "One und potentieller Verkauf" monatlich auf das Tapet zu bringen. Es wird langsam langweilig.

Anm. d. Red.: Wir haben keine derartigen Einträge in unseren Kalendern.

WebStandard: Was mir auffällt ist, dass One versucht – das Diskontangebot sei hier miteinbezogen – mit immer neuen und kompetitiven Preisen rasch Kunden für sich zu gewinnen. Jetzt könnten Kritiker behaupten, man tue dies nur, um möglichst schnell den eigenen Marktwert zu steigern und den Preis in die Höhe zu treiben…

Michael Fried: Das war bei "4 zu 0" doch genauso. Wir wären fehl am Platz, würden wir uns auf unseren Lorbeeren ausruhen. Wir müssen uns ständig neue Strategien und Produkte überlegen, um den Mitbewerb weiter in die Enge zu treiben. Wir wollen auch wachsen und den Marktanteil vergrößern, was wir auch zeigen. T-Mobile ist angetreten, um Nummer Eins zu werden und nun geht’s in die falsche Richtung, nämlich bergab statt bergauf.

WebStandard: Ich denke, das wichtigste wäre ein Statement zu setzen, für die Mitarbeiter, dass, falls es doch zur Übernahme kommt, die Jobs erhalten bleiben und für die Kunden, dass sie sich keine Sorgen um ihre bestehenden Verträge machen müssen.

Michael Fried: Ich glaube, darüber müssen wir uns keine Gedanken machen. Das ist reine Spekulation. Wir haben über zwei Millionen Netzwerkkunden, die sehr zufrieden sind. Ich kann Ihnen dazu keine Auskunft geben, weil dass Management zu den Eigentümerverhältnissen nichts sagen darf. Jeder Kunde ist uns wichtig.

WebStandard: Ich quäle Sie nicht weiter. Themenwechsel. In Österreich ist es Gang und Gebe, dass Handys von den Mobilfunkanbietern stark subventioniert werden. Jetzt hat Apple das iPhone angekündigt und anklingen lassen, dass man es nicht unterstützen lassen will. Werden Handys künftig weiterhin so stark subventioniert wie bisher? Und könnte man sich vorstellen ein nicht subventioniertes iPhone ins Portfolio aufzunehmen?

weiter: Michael Fried "wirbt" ums iPhone – Neue Kooperation mit UPC möglich – VoIP wird angedacht – "Und wenn der möglichst attraktive Preis "Null" heißt, dann werden wir uns den berühmten "A" aufreißen, um das auch anbieten zu können."

Michael Fried: Das iPhone ist natürlich wie jedes Gerät, das innovativ ist, super interessant. Insbesondere für jemanden wie One, der für innovative Produkte steht.

WebStandard: Apple bietet ja ein eigenes Musikangebot an. Würde das dem von One nicht in die Quere kommen?

Michael Fried: Ganz im Gegenteil. Man könnte hier mehr als laut über Kooperationen und Verbindungen nachdenken, die auf der Hand liegen würden. Noch dazu ist One genauso wie Apple eine attraktive Marke und es würde absolut Sinn machen, wenn man hier zusammenarbeitet.

WebStandard: Das H.U.I.-Design erinnert ja auch ein wenig ans Apple-Design…

Michael Fried: Das ist auch deswegen witzig, dass Sie das erwähnen, weil unsere mobilen Breitbandprodukte auch die einzigen Mac-kompatiblen waren.

WebStandard: Da wird man sich doch wohl nicht abgesprochen haben…

Michael Fried: Nein, nein.

WebStandard: Werden Handys in Zukunft weiterhin so stark subventioniert?

Michael Fried: Das kann ich Ihnen nicht sagen, wie stark Handys in der Zukunft subventioniert werden. Natürlich wollen wir möglichst attraktive Handsets zu möglichst attraktiven Preisen anbieten. Und wenn der möglichst attraktive Preis "Null" heißt, dann werden wir uns den berühmten "A" aufreißen, um das auch anbieten zu können.

WebStandard: Was kostet denn die Subvention von Handys so im Jahr?

Michael Fried: Kann ich Ihnen jetzt nicht sagen.

WebStandard: UPC-Telekabel hat angekündigt, man habe Interesse in den mobilen Breitbandmarkt einzusteigen. Sehen Sie noch Platz für einen weiteren Anbieter?

Michael Fried: Wir kooperieren ja seit Jahren sehr erfolgreich mit UPC. Ich glaube, dass damit sehr wohl gemeint ist, dass UPC, wie auch in der Vergangenheit, hier mit uns kooperieren will. Und ich freue mich, dass wir die erfolgreiche Kooperation im mobilen Breitband auch fortsetzen können.

WebStandard: Also wenn sie einsteigen, dann nur über Sie?

Michael Fried: Ich hoffe es.

WebStandard: Tele2 hat kürzlich eine echte Flatrate für Heimanwender auf den Markt gebracht. Geht es am mobilen Breitbandmarkt auch in diese Richtung?

Michael Fried: Das kann ich Ihnen noch nicht sagen Herr Wilhelm. Aber mit 20 Gigabyte für 50 Euro im Monat sind wir da definitiv dran, denke ich.

WebStandard: Sprechen wir hier demnach vom Festnetzersatz?

Michael Fried: Ja, natürlich wollen wir jeden potentiellen Internetkunden ansprechen.

WebStandard: Gräbt man dann dem möglichen Kooperationspartner UPC nicht das Wasser ab?

Michael Fried: Es gibt für beide Angebote eine Berechtigung. Starke Downloader oder Gamer setzen weiterhin besser auf Breitband übers Festnetz.

WebStandard: Zwei Fragen noch: A1 hat bereits ein VoIP-Angebot am Markt, "3" wird demnächst eines starten. Ist One dahinter ebenfalls ein VoIP-Produkt zu bringen?

Michael Fried: Natürlich beschäftigen wir uns mit VoIP. Aber gerade im Inland macht die Handy-Tarifentwicklung VoIP im Inland fast überflüssig.

WebStandard: Für Auslandsgespräche macht es durchaus Sinn.

Michael Fried: Und da werden wir uns auch etwas überlegen. Nur wäre es zu früh Ihnen hier zu verraten, was wir anbieten werden.

WebStandard: Ein Letztes: Die "4 zu 0"-Werbung ist ja sehr provokant…

Michael Fried: …und sehr erfolgreich…

WebStandard: …und sehr vergleichend. Wie weit darf Werbung gehen, ohne unfair zu werden?

Michael Fried: Es geht ja genau darum den Mitbewerb mit einem gewissen Augenzwinkern herauszufordern.

(Interview: Zsolt Wilhelm)

  • Michael Fried ist seit einem Jahr Geschäftsführer von One
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    Michael Fried ist seit einem Jahr Geschäftsführer von One

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    Wem gehört One?

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    Michael Fried: "Und wenn der möglichst attraktive Preis "Null" heißt, dann werden wir uns den berühmten "A" aufreißen, um das auch anbieten zu können."

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    Die EU plant Regulierung der Roaminggebühren.

    Michael Fried: "Ich brauche diese Regulierung nicht."

  • Michael Fried: "Wir sind der Hecht im Karpfenteich und die anderen versuchen uns zu kopieren."
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    Michael Fried: "Wir sind der Hecht im Karpfenteich und die anderen versuchen uns zu kopieren."

  • "3"-CEO Berthold Thoma verlangt maximal 100 Prozent Aufschlag bei Roaminggebühren.Michael Fried: "Schauen Sie, wenn das ein CEO eines Mobilfunkers sagt, der es nach mehr als vier Jahren nicht geschafft hat, über die Wahrnehmungsschwelle von 5 Prozent Marktanteil zu kommen, sich hier äußert und auch als Gewinner darstellt, dann kann das nur mit Realitätsverlust begründet werden."
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    "3"-CEO Berthold Thoma verlangt maximal 100 Prozent Aufschlag bei Roaminggebühren.

    Michael Fried: "Schauen Sie, wenn das ein CEO eines Mobilfunkers sagt, der es nach mehr als vier Jahren nicht geschafft hat, über die Wahrnehmungsschwelle von 5 Prozent Marktanteil zu kommen, sich hier äußert und auch als Gewinner darstellt, dann kann das nur mit Realitätsverlust begründet werden."

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