Wassermangel und Krankheiten bedrohen Tsunami-Opfer

9. April 2007, 20:19
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Situation in Flüchtlingslagern "wie auf Messers Schneide" - Menschen fürchten Nachbeben - Mit Grafiken

Gizo - Trinkwassermangel und Krankheiten bedrohen fast eine Woche nach dem Tsunami auf den Salomonen die Flüchtlinge. Wegen des Mangels an sauberem Wasser könnten sich einzelne Durchfallerkrankungen wie im Schneeballsystem ausbreiten, sagte Stefan Knollmeyer von der australischen Hilfsorganisation AusAID am Samstag der Nachrichtenagentur AP.

Die Situation sei wie auf Messers Schneide, warnte er. Mit Latrinen und Wasseraufbereitungsanlagen versuchen die Organisationen nun, weitere Infektionen zu verhindern.

Aus Angst vor Nachbeben weigern sich viele Flüchtlinge, aus den Lagern in den Bergen in ihre niedriger gelegenen Häuser zurück zu kehren und wieder als Fischer zu arbeiten. "Das ist ein psychologischer Faktor, der absolut verständlich ist", sagte Guy Redding von der neuseeländischen Hilfsorganisation NZAID.

34 Todesopfer

Die Zahl der Todesopfer nach dem Seebeben vom vergangenen Montag stieg nach UN-Angaben unterdessen auf 34. Nach Schätzungen sind etwa 50.000 Menschen von den Folgen der Flutwelle betroffen, darunter 30.000 Kinder. Bis zu 7.000 Menschen verloren Knollmeyer zufolge ihr Zuhause.

In den Flüchtlingslagern in der Umgebung der Stadt Gizo wurden bisher mehr als 2.500 Zeltplanen und 1,2 Tonnen Reis verteilt. Rund 50.000 Tabletten zur chemischen Wasseraufbereitung sollen für besseres Trinkwasser sorgen. Am Samstag war Redding zufolge außerdem die Installation von drei großen Wasseraufbereitungsanlagen geplant. Viele Inseln waren jedoch weiterhin von der Außenwelt abgeschnitten. (APA/AP)

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