Adoptiertes Glück

22. Juni 2007, 14:35
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Kinderwunsch: "Durch Himmel und Hölle" gehen am Montag Natalia Wörner und Kai Wiesinger im TV-Melodram auf ZDF ...

Im Fernsehfilm regieren oft die großen und kleinen Probleme des Alltags: finanzielle oder gesundheitliche Sorgen, Beziehungskrisen und andere Schwierigkeiten. Das größte Problem ist allerdings jenes, dafür die richtige Mischung zu finden: Jedem Unglück muss die entsprechende Schwere beikommen, und doch gilt es stets, jede Hürde auch bewältigen zu können.

"Durch Himmel und Hölle" gehen auch am Montag Natalia Wörner und Kai Wiesinger im gleichnamigen TV-Melodram auf ZDF. Sie geben ein Paar, das von seinem Kinderwunsch zunächst ins Adoptionsbüro und nach abschlägiger Antwort nach Argentinien geführt wird, um sich von dort selbst ihren Lebenstraum zu importieren. Das zweiteilige Drama (Teil 2 am Mittwoch) erweist sich dabei als Modellfall für Stärken und Schwächen des Genres: Während trotz eines gemeinsamen Ziels aneinander vorbei gelebt wird, nehmen die Mühen der Ebene ein scheinbar unüberwindbares Ausmaß an, bis sich eben alles wieder zum Guten wenden muss.

Dabei wären die Voraussetzungen für ein präzise beobachtendes Alltagsdrama ideal: das gesichtslose Hamburg und die auf ein Mindestmaß reduzierten Nebenfiguren könnte man durchaus als Dienst an der Sache betrachten. Dann müsste auch die Inszenierung auf dramatische Effekte verzichten, doch ihre Aufgabe ist eine andere: Sie muss die Emotionen schüren und uns glauben lassen, dass die Welt zwar schlecht ist, ihre Besserung aber in unseren Händen läge - oder in jenen unserer adoptierten Kinder. (pek/DER STANDARD; Printausgabe, 2.4.2007)

  • Artikelbild
    foto: zdf/dario berman
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