Identitätsdiebstähle überschwemmen USA

11. April 2007, 10:08
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Eine Million Webseiten mit Malware infiziert - Millionen Daten werden abgefangen udn missbräuchlich verwendet

Eine wahre Welle von Identitätsdiebstählen rollt derzeit über die USA hinweg. Allein in den ersten beiden Monaten dieses Jahres verzeichneten die Branchenbeobachter von Cyveillance mehr als eine Million gestohlene Sozialversicherungsnummern. Die zwei größten Treiber des Negativ-Trends - Phishing- und Malware-Attacken - warteten mit einem dramatischen Anstieg um 50 bzw. 200 Prozent auf, berichtet die Informationweek. "Wie unsere Untersuchung zeigt, steigt die Breite und Tiefe bei den Online-Risiken an. Angriffsmethoden und -taktiken werden Stück für Stück verfeinert", warnt Cyveillance-Chef Panos Anastassiadis.

Phishing-Attacken

Bereits im vergangenen Jahr haben Phishing-Attacken den Banken, aber auch kleineren Finanzdienstleistern arg zugesetzt, berichten die Analysten. In den ersten beiden Monaten dieses Jahres sind nun bereits 400 neue Phishing-Fälle publik gemacht worden. Laut Gartner-Zahlen waren innerhalb der vergangenen zwölf Monate insgesamt 15 Mio. US-Amerikaner von Phishing betroffen. Der Wert des dabei ergaunerten Geldes hat sich 2006 gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Die USA sind einer aktuellen Symantec-Studie zufolge die Weltmeister im Phishing. Zur europäischen Hochburg für Phishing-Attacken hat sich in der zweiten Jahreshälfte 2006 Deutschland gemausert.

Verdreifacht

Die Zahl der Malware-Attacken ist nach den Berechnungen von Cyveillance in den Monaten Jänner und Februar 2007 um das Dreifache gestiegen. Insgesamt enthalten demnach mehr als eine Mio. Webseiten irgendeine Form von Schadprogrammen. Dabei beschleunigt sich die Verbreitung der infizierten Seiten enorm. Hatten die Cyveillance-Experten im Dezember 2006 täglich etwa 20.000 neue Webseiten, die Malware enthielten, entdeckt, waren es im Februar im Durchschnitt bereits 60.000. Zu Spitzenzeiten machten die Beobachter sogar bis zu 140.000 Malware-verseuchte Seiten aus.

Alarm

Mit den alarmierenden Zahlen widerspricht die Cyveillance-Studie allerdings einer ähnlichen Untersuchung der Marktbeobachter von Javelin Strategy & Research, die zumindest für 2006 einen Rückgang bei den Datendiebstählen attestieren. Demnach waren im vergangenen Jahr 8,4 Mio. erwachsene US-Amerikaner Opfer eines solchen Datendiebstahls. 2003 hatten noch 10,1 Mio. und 2005 immerhin 8,9 Mio. US-Bürger den Verlust der Kreditkarten- oder Sozialversicherungsnummer beklagt. Die Schadenssumme ist von 57 Mrd. auf 49 Mrd. Dollar gesunken.(pte)

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