Microsoft zieht mit Smartphone-Browser in die Schlacht

23. Juli 2007, 12:45
13 Postings

"Deepfish" noch in einem frühen Entwicklungsstadium - Konkurrent Opera sieht sich weiterhin klar im Vorteil

Mit einem neuen Smartphone-Browser namens "Deepfish" zieht Microsoft nun in die Schlacht um das umkämpfte mobile Segment. Das anvisierte Produkt, das in den Microsoft Live Labs begutachtet werden kann, befindet sich zwar noch in einem frühen Entwicklungsstadium. Die Marschroute hat Microsoft aber bereits vorgegeben. Die Nutzung des Internets soll zukünftig auch auf Smartphone-Displays so komfortabel sein wie auf dem eigenen Desktop. Dazu setzt Microsoft auf spezielle Rendering-Techniken, die Webinhalte für kleine Displays vorformatieren sollen. Auch eine Zoom-in- und Zoom-out-Funktion, mit der sich einzelne Bereiche einer Webseite vergrößern lassen, ist für die zukünftige Endversion geplant.

Apple und Opera

Mit der Entwicklung, die derzeit nur für die Smartphone-Plattform Windows Mobile vorgesehen ist, steigt nun auch Microsoft in einen Markt ein, der nicht zuletzt durch die Kampfansage Apples kräftig durcheinander gewirbelt wurde. So hatte Steve Jobs bei der iPhone-Präsentation vollmundig verkündet, dass der vorgesehene Apple-iPhone-Browser der erste voll HTML-fähige Browser auf einem Mobiltelefon sein werde. Dies wiederum sorgte beim zuletzt sehr erfolgreichen norwegischen Browserentwickler Opera http://www.opera.com für Kopfschütteln: "HTML-Browsing auf einem Handy haben wir schon im Jahr 2002 mit Nokia möglich gemacht", so Opera-Entwickler Christen Krogh im Exklusivinterview mit pressetext.

Unbeeindruckt

Und auch von der neu erwachsenen Konkurrenz aus dem Hause Microsoft zeigt man sich bisweilen noch recht unbeeindruckt. "Was man bisher so von Deepfish gesehen hat, bietet der neue Browser nichts wirklich Neues", meint Opera-Sprecher Tor Odland gegenüber pressetext. "Wie man durch die verstärkten Marktaktivitäten der Mitbewerber allerdings sehen kann, wird das mobile Surfen nun endlich ernst genommen", ortet Odland einen tatsächlichen Umbruch. Ob der Marktauftritt derart mächtiger Mitstreiter wie Microsoft oder Apple dem eigenen Unternehmen schaden könnte, ist laut Opera derzeit aber schwer zu beurteilen.

Keine große Rolle

"Das iPhone ist noch gar nicht auf den Markt gekommen und wird schließlich vom Marktanteil keine so große Rolle spielen. Und auch Deepfish fokussiert momentan allein auf das Windows-Mobile-Segment, was natürlich die Verbreitungsmöglichkeiten limitiert", so Odland weiter. Als wesentliche Vorteile Operas sieht Odland neben den technologischen Vorzügen auch die Verfügbarkeit der eigenen Mobile-Produkte für beinahe alle am Markt erhältlichen Mobiltelefone und Smartphones. Erst unlängst konnte Opera einen Coup mit Windows-Mobile-Verfechter HTC landen, der den Opera-Browser in seinem vielbeachteten Ameo-Smartphone integrierte und eine Vielzahl weiterer Modelle mit Opera ausstatten will.(pte)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.