Humbug: "Die Muttermilch macht's, dass Babys sterben"

31. März 2007, 10:00
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Untersuchung zeigt: Frauen mit AIDS senken das Risiko der Weitergabe der Krankheit an ihre Kinder deutlich, wenn sie sie mit Muttermilch ernähren

London - "Die Muttermilch macht's, dass Babys sterben." Das ist eine der Botschaften, mit der die Stiftung des deutschen Ex-Tennisprofis Michael Stich ab sofort in Deutschland über Aids-Risiken aufklären will.

Einer neuen Studie zufolge, die gerade im renommierten britischen Fachblatt "Lancet" publiziert wurde, ist die plakative Botschaft aber leider völliger Humbug. Wie nämlich eine Untersuchung 1372 Kindern in Südafrika zeigte, senken Frauen mit AIDS das Risiko der Weitergabe der Krankheit an ihre Kinder deutlich, wenn sie ihre Babys mit Muttermilch ernähren. Werden die Kinder ausschließlich mit Muttermilch gefüttert, reduzierte sich die Zahl der mit dem HI-Virus angesteckten Kinder im Vergleich zu Kindern von Müttern, die sowohl Muttermilch als auch Babynahrung gaben.

Bei Kleinkindern, die nur Babynahrung erhielten, lag die Ansteckungsgefahr im Vergleich zur Muttermilch-Gruppe demnach sogar elf Mal höher. (tasch/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 31.3./1.4. 2007)

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