Offenes WLAN versorgt entlegene Gebiete mit Breitband

17. Juli 2007, 14:46
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Italienisches Start-up vernetzt Computer und Mobilgeräte

Das Startup-Unternehmen Wi-Next in Mailand hat ein neuartiges System zur Drahtlosvernetzung von Computern und anderen Mobilgeräten vorgestellt. Über die in Zusammenarbeit mit dem Turiner Polytechnikum entwickelte Plattform "Nuovo apparato autofigurazione wireless" (Naav) kann die Nähe von Mesh-Knoten zu einer automatischen Netzausweitung genutzt werden.

Ad-hoc

"Unsere Idee stützt sich auf das Konzept der mobilen Ad-hoc-Netze, bei dem jedes Gerät einen aktiven Bestandteil bildet. Die gesendeten Informationen werden nicht nur empfangen, sondern auch an andere Teilnehmer weitergegeben, ohne dabei auf eine übergeordnete Infrastruktur angewiesen zu sein", erklärt Firmengründer und Hauptgeschäftsführer Nicola De Carne. "It-Geräte wie Notebooks, Palms oder Handys werden zu integrierten Bausteinen des Mesh-Netzes. Breitbandkommunikation wird auf diesem Wege auch in Gebieten möglich, die nicht von kommerziellen Anbietern abgedeckt sind. Außerdem sind die Anwender nicht auf einen bestimmten Betreiber angewiesen, da die Open-Source-Technologie von der Netzwerktechnik unabhängig ist."

Inzwischen ist als Tochterprodukt die speziell für den Privatgebrauch entwickelte Naav.igo entstanden. Mit ihrer Hilfe werden in einem Gebäude vorhandene IT-Geräte über die Konfigurationssoftware automatisch miteinander vernetzt. Über diesen unabhängigen WLAN-Access-Point können z.B. Videospiele, Dokumente, Musik oder Filme von verschiedenen Räumen aus gemeinsam genutzt werden. Zudem besteht die Möglichkeit frei zu entscheiden, welchem Teilnehmer der Breitbandzugang gestattet werden soll. Über einen benachbarten Mesh-Knoten ist dieser Zugang ohne eigenen DSL- Anschluss möglich. Doch Nicola De Carne denkt bereits an grössere Einsatzbereiche. "Städtische Verkehrsbetriebe beipielsweise könnten ihre Fahrzeuge damit ausrüsten und so den Austausch von Informationen über den Verkehrszustand oder Fahrpläne in Echtzeit erlauben ."

Irland

Als eines der ersten Beispiele für die Umsetzung der Technologie dient die Piemonteser Weinhügelregion Langhe. Dort werden über den Lokalprovider B.b.bell mit Hilfe der Open-Source-Wifi-Technik über 8.000 Bewohner in bisher von der Breitbandkommunikation ausgeschlossenen Gemeinden mit schnellen Internet-Anschlüssen versorgt. In Kürze soll ein Einsatz auf dem Campus der Wirtschaftsfakultät am Turiner Polytechnikum und in einigen abgelegenen Gebieten von Irland erfolgen. Die als Spin-off der Onlinekommunikations-Beraterfirma Ipworld entstandene Wi-next ist der bisher einzige Startup, der von der italienischen Grossbank Intesa San Paolo eine Kreditlinie von einer Million Euro erhalten hat. Der Hauptsitz sowie das Forschungs- und Entwicklungszentrum des Unternehmens befindet sich in Turin. Vor kurzem ist auch eine Niederlassung in London eröffnet worden, die sich um die Erschliessung der europäischen Märkte kümmert.(pte)

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