Die kommen, die Platten

31. März 2007, 19:00
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Neue Tonträger von Kosheen, The Vincent Black Shadow, Besnard Lakes, Field Music und Khan

Wien - Mit harten Drumbeats und flirrenden Synthies unterlegen Kosheen ihr aktuelles Album "Damage" (Universal). Die britische Band, die sich im Grenzbereich zwischen Alternative und Mainstream bewegt, kommt diesmal ein wenig düsterer daher, doch der sphärische der Gesang der Waliserin Sian Evans setzt den leicht unterkühlten Melodien der beiden ehemaligen Drum'n'Bass-Spezialisten Darren Decoder und Markee Substance aus Bristol den passenden Kontrast entgegen, der aus den 14 neuen Titeln charttauglichen Dancepop macht. Am 21. April gastiert das Trio damit im Wiener WUK.

Als Support haben sie eine neue Band aus dem Pop-Mekka Kanada dabei. Das Quintett aus Vancouver nennt sich The Vincent Black Shadow und hat mit "Fears In The Water" (edel) jetzt sein Debüt vorgelegt. "Wir wollen nicht kategorisierbar sein, weder als Rock-, Gothic- oder Popband", meint Gitarrist und Komponist Rob Kirkham dabei zum Stil, doch Einflüsse aller drei Sparten sind in den Songs zu orten. Gesegnet ist die Band dank der Stimme von Cassandra Forts, die ihre Gesangsausbildung angeblich in einem Nonnenkloster erhielt. Ford ist auch für die Texte verantwortlich und setzt sich dabei sowohl mit Selbstmord als auch mit Schönheitschirurgie auseinander.

Ein weiterer Act aus Kanada, der vom "Q-Magazine" als "faszinierend, unberechenbar und weit entfernt vom Durchschnitt" gelobt wurde, sind die Besnard Lakes. Nicht nur die allseits umjubelten Arcade Fire kommen aus Montreal und werden von einem verheirateten Paar geleitet, selbiges gilt auch für diese Band. Olga Goreas und Jace Lasek waren bisher aber vor allem als Produzenten für Wolf Parade oder die Stars tätig, bevor sie nun ihr Debüt "The Besnard Lakes Are The Dark Horse" (Trost) vorlegen. Dieses bietet sensible bis zart-bittere Folkpop-Songs, für die sich sowohl Fleetwood Mac als auch die Beach Boys als Referenzen anbieten. Für die Instrumentierung des Albums sorgten Gäste von Godspeed You! Black Emperor, den Stars und den Dears.

Für ihr zweites Album "Tones Of Town" (edel) zogen sich Field Music für eineinhalb Monate ins eigene Studio im heimatlichen Sunderland zurück. Wie schon auf dem Vorgänger fanden Field Music erneut die Balance zwischen einem teilweise experimentellen Ansatz, der sich durch abrupte Rhythmuswechsel sowie reibende Tonleiterläufe auszeichnet, und klassischem Pop im weiten Feld zwischen Beach Boys (Harmonien) und XTC (prägnante, kurze Gitarrenriffs) angesiedelt.

Das Kölner Label Tomlab hat sich in letzter Zeit zu einem kleinen, aber feinen Indielabel für zahlreiche internationale Acts entwickelt. So erschienen in jüngster Zeit beispielsweise Deerhoof oder The Blow. Mit Khan ist nun auch eine seit Jahren tätige Ein-Mann-Elektronik-Formation vom amerikanischen Matador-Label bei Tomlab gelandet. Hinter Khan steht ein umtriebiger Charakter Namens Can Oral, Sohn eines türkischen Vaters und einer finnischen Mutter, der in Deutschland aufwuchs, ehe er sich nach New York verabschiedete. Mit "Who Never Rests" (Soul Seduction) legt er einen Dancefloor-orientierten Mix aus Glam und Pop vor, der auch vor Anspielungen an Prince nicht Halt macht. (APA/red)

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