Amazon rutscht tiefer in die Verlustzone

28. Juli 2000, 10:42

Rasante Expansion zu einem hohen Preis - Aktie eingebrochen

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Amazon: Wenig Grund zur Freude
Schwere Zeiten für den führenden Internet-Einzelhändler: Von Analysten geprügelt, Ergebnisse enttäuschen, CEO wandert ab
Seattle - Der US-Online-Einzelhändler Amazon.com ist im zweiten Quartal dieses Jahres bei einem stark gestiegenen Umsatz tiefer in die Verlustzone gerutscht.

Der Betriebsverlust auf vergleichbarer Basis ohne Sondereinflüsse sei von 67 auf 89 Mio. Dollar (95 Mio. EURO/1,3 Mrd. S) gestiegen, teilte das Unternehmen am Mittwoch nach US-Börsenschluss in Seattle mit. Dies entspreche einem Verlust von 0,33 (0,26) Dollar je Aktie. Der Nettoumsatz stieg um 84 Prozent auf 578 Mio. Dollar. Amazon.com ist einer der führenden Online-Einzelhändler der Welt; seine Geschäftszahlen gelten als Gradmesser für die Entwicklung der gesamten Internetbranche.

Amazon verdiene gutes Geld mit dem Buchhandel, betonte Antonella Mei-Pochtler, Geschäftsführerin der Boston Consulting Group in Wien. Die Verluste stammten von der teuren Ausweitung auf andere Produkte wie Musik und sogar Tierfutter, sagte sie. Diese Strategie sei offenbar falsch und müsse von Amazon-Chef Jeff Bezos wohl aufgegeben werden, um die Firma zu retten.

Aktie eingebrochen

Die Amazon-Aktien sind am Donnerstag um 17,5 Prozent eingebrochen. Die New Yorker Börse reagierte damit auf die jüngste Bilanz des Unternehmens in Seattle.

Drei Investmenthäuser - Prudential Securities, SG Cowan Securities und Merrill Lynch - stuften die Amazon-Aktie schon vor dem Kurseinbruch am Donnerstag ab. Die Aktie fiel um mehr als sechs Dollar, bevor sie sich etwas erholte und mit 31,375 Dollar (33,417 Euro/459,83 S) - 4,688 Dollar weniger als am Vortag - schloss. (Reuters/APA/red)

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