Diskussion um Schmerzpflaster

30. März 2007, 13:38
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Medienberichte warnen vor "tödlichen Schmerz­pflastern" - die öster­reichische Schmerz­gesellschaft gibt Entwarnung

Klagenfurt – "Schmerzpflaster haben sich in der Behandlung chronischer Schmerzen als ausgesprochen zuverlässig und sicher erwiesen", stellt Rudolf Likar, Präsident der Österreichischen Schmerzgesellschaft, klar. Der Schmerzspezialist reagiert damit auf Medienberichte, die zuletzt zum Beispiel unter dem Titel "Schmerzpflaster können tödlich sein" veröffentlicht wurden.

Unentbehrliche Behandlungsoption

"Die kontinuierliche dosierte Verabreichung von schmerzlindernden Opioiden über die Haut in den Organismus, vergleichbar mit einer kontinuierlich Infusion über die Haut, hat sich in der Behandlung chronischer Schmerzen als unentbehrliche Behandlungsoption etabliert", erklärt Likar. "Schmerzpflaster haben zahllosen Patienten mit chronischen Schmerzen sehr geholfen, sie sind heute in der modernen Schmerzmedizin unverzichtbar. Man sollte Schmerzpatienten, die von Schmerzpflastern profitieren, nicht durch missverständliche und alarmistische Aussagen verunsichern."

Unsachgemäße Anwendung

Selbstverständlich, betont Likar, müsse die Anwendung von Schmerzpflastern unter ärztlicher Kontrolle stattfinden, und gemäß den Information im Beibackzettel erfolgen. In einer Pressemeldung hatte es geheißen, "Schmerzpflaster können bei falscher Anwendung schwere Gesundheitsschäden verursachen und im Extremfall sogar zum Tod führen." Als Beleg für diese Aussage wurde in vereinzelten Medienberichten der Fall eines einjährigen Mädchens zitiert, das ein opioidhaltiges Pflaster verschluckt haben soll, sowie der Fall einer 91-jährige Frau, bei der im Laufe eines Friseurbesuchs die Wärme aus der Trockenhaube zu einer schnelleren Freisetzung des Wirkstoffes ihres Schmerzpflasters beigetragen haben soll.

Generelle negative Wirkung "Dass Medikamente bei falscher Anwendung eine negative Wirkung haben können, gilt generell – auch bei vielen rezeptfreien Medikamenten – und ist keinesfalls typisch für Schmerzpflaster", so Likar. Als weiteres Beispiel nennt der ÖSG-Präsident die Anwendung von Nicht-steroidalen-Antirheumatika, die bei fehlendem Magenschutz zu schwerwiegenden Magenblutungen führen können.

Kindersichere Folie

Moderne Schmerzpflaster seien auch deshalb als besonders sicher zu bezeichnen, weil jedes Pflaster in einer kindersicheren Folie eingeschweißt ist. Die Beschriftung der Pflaster mit Handelsname, Wirkstoff und Abgabemenge nennt Likar als ebenfalls wesentlichen Aspekt zur Erhöhung der Anwendungssicherheit. (red)

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