Popeyes Kraftfutter

30. März 2007, 13:39
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Cremespinat im Test: Gründonnerstag naht - und der heimische Spinatkonsum schnalzt in die Höhe

Der legendär hohe Eisengehalt des Grünzeugs ist zwar eine Legende, aber gesund und schmackhaft sind die passierten Blätter allemal.

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Gartengold Cremespinat
600 gr, € 0,79 (Hofer)
Diesen Spinat mögen nicht nur sparsame Hausfrauen, sondern sogar siebenjährige Buben, wie mein Sohn Dorian - ansonsten mehr ein Fan von Popeyes Muskeln als von deren Muntermacher - regelmäßig beweist. Es mag an der etwas dünneren, sehr feinen Konsistenz des grünen Pürees liegen, an der etwas helleren Farbe oder am etwas dezenteren Geschmack - egal. Der Gartengold-Cremespinat ist übrigens auch der einzige, den wir nicht nachsalzen. Und obwohl ich dem Versprechen "servierfertig" üblicherweise sehr skeptisch gegenüber stehe, trifft es in diesem Fall zu. Andererseits: Ein Schuss Schlagobers hat noch nie geschadet. 9,5 Punkte

Iglo Cremespinat Marchfeld
600 gr, € 1,99 / 2 x 600 gr à 0,99 (Billa)
Für feine Gaumen empfiehlt sich der Iglo-Cremespinat: Er schmeckt besonders mild und rund, fast Spinat-untypisch und jedenfalls weder bitter noch salzig. Der Hauch von Säure im Nachgeschmack ist bei Spinatgourmets durchaus erwünscht und wird bei anderen Spinaten oft bewusst durch einen Spritzer Essig hervorrufen. Wenn bei Spinat auch kaum jemand an Kalorien denkt, weil er ohnehin zu 90 Prozent aus Wasser besteht, ist es dennoch interessant, dass Iglo ein Drittel weniger Fett in seinen Cremespinat mischt, wodurch der Brennwert pro 100 Gramm hier nur 51 kcal und 0,2 Broteinheiten beträgt (bei den anderen Testkandidaten waren es zweimal 55 und einmal 57 kcal und jeweils 0,3 BE). Ob das den hohen Preis rechtfertigt, bleibe den Konsumenten überlassen. 8,0 Punkte

Spar Cremespinat
600 gr, € 0,79 (Spar)
Eine Affinität zu Kühen war wohl unausweichlich, nachdem man mich als Kind mit dem Spitznamen Maresi beglückte - und dank Spar-Spinat weiß ich nun auch, welche Gaumenfreuden das liebe Vieh beim Wiederkäuen erlebt. Wie zermantschte Blätter und nicht gerade cremig fühlt sich die dunkle, am wenigsten fein passierte Masse auf der Zunge an. Trotz eines sehr intensiven Spinataromas ist der grüne Brei überhaupt nicht bitter, und Salz und Zucker (!) sind für meinen Geschmack genau richtig dosiert. Allerdings schreit dieser Kandidat geradezu nach Verfeinerung mit einem kräftigen Schuss Obers oder zumindest einem Löffel Sauerrahm. 8,0 Punkte

Natur aktiv Bio Cremespinat
750 gr, € 1,99 (Hofer)
Seit der Diskonter verstärkt auf die Bio-Schiene setzt, findet man auch dort einen entsprechenden Cremespinat im Tiefkühlregal, praktischer Weise sogar in Portionswürfelchen (vergleichbar mit den Iglo Zwutschgerln, 800 gr / € 2,69). Bei der Zubereitung - auf dem Plastiksackerl findet sich im Gegensatz zu den klassischen Pappkartons kein Hinweis auf die üblichen "2-3 EL Wasser, Milch oder Suppe", die man zugeben soll - tritt ein interessantes Phänomen auf: Nimmt man nur zwei, drei Würfel, wird die Masse extrem fest; nimmt man die ganze Packung, gerät die Sache beinah dünnflüssig. Jedenfalls sind die Spinatblätter hier sehr fein passiert. Geschmacklich ist mir der vergleichsweise helle Brei zu intensiv, ein bisschen bitter und irgendwie nach Erde. Dieses Papillenerlebnis kann Wiederkäuern vorbehalten bleiben. 6,5 Punkte (Marie-Thérèse Gudenus, DER STANDARD, Printausgabe 30.03.2007)

  • Jeder Test spiegelt die persönliche Erfahrung der Autorin wider. Punkte: 10=Top, 0=Flop
    grafik: der standard

    Jeder Test spiegelt die persönliche Erfahrung der Autorin wider. Punkte: 10=Top, 0=Flop

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