Wettersatelliten zur flächendeckenden Überwachung des Klimas

29. März 2007, 18:32
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Europäische Kooperation Klima-SAF hat operationellen Betrieb aufgenommen

Darmstadt/Berlin - "Die Veränderung des Klimas wird einen nachhaltigen Einfluss auf unsere hochindustrialisierte Gesellschaft haben. Wir alle müssen lernen, mit den Konsequenzen dieser Klimaänderung zu leben und uns anzupassen. Ohne Beobachtungsergebnisse - also Fakten - werden die notwendigen politischen Entscheidungen, die uns der Klimawandel aufzwingt, keine breite Akzeptanz finden. Deshalb wird die flächendeckende Überwachung des Klimas durch Wettersatelliten immer wichtiger", erklärte Wolfgang Kusch, Präsident des Deutschen Wetterdienstes (DWD), bei einer Pressekonferenz in Berlin zum Start eines europäischen Projekts zum Klimamonitoring durch Satelliten.

Die europäische Kooperation, welche sich ganz auf die Überwachung des Klimas durch Satelliten konzentriert, nahm nun den operationellen Betrieb auf. Dieses sogenannte Klima-SAF - die Abkürzung steht für Satellite Application Facility on Climate Monitoring - leitet der DWD im Auftrag von EUMETSAT, der europäischen Organisation für den Betrieb von Wettersatelliten. "Das Klima-SAF wird ermöglichen, die natürlichen und anthropogenen Klimaveränderungen zu überwachen und sowohl in ihrem zeitlichen Verlauf als auch ihrer räumlichen Auswirkung zu bewerten. Der Vorteil ist offensichtlich: Je mehr wir über unsere Umwelt und das Klima wissen, um so besser können wir uns auf Veränderungen einstellen", betonte Dr. Lars Prahm, Generaldirektor von EUMETSAT.

Aufgabenteilung

Diese Aufgabe mache aufgrund ihres Umfangs, der benötigten Expertise und der hohen Kosten eine internationale Aufgabenteilung notwendig. Gemeinsam mit seinen europäischen Kooperationspartnern - den nationalen Wetterdiensten in Belgien, Finnland, den Niederlanden, Schweden und der Schweiz - hat der DWD ein operationelles System entwickelt und aufgebaut, das qualitativ hochwertige Klimaüberwachungsprodukte aus Satellitendaten bereitstellt.

Im Klima-SAF werden - erstmals in Europa - routinemäßig Satellitendaten genutzt, um das weltweite Klima besser zu erfassen und zu verstehen. Die Daten ergänzen und vertiefen die Messungen und Beobachtungen der klassischen Messnetze – wie zum Beispiel von Wetterstationen, Wetterradaranlagen oder Wetterballons. Sie können mit ihrer flächendeckenden Beobachtung aus dem Weltraum weiße Flecken auf der meteorologischen Landkarte füllen. Beispiel sind die Ozeane, wo viel zu wenige Wetterinformationen gesammelt werden oder höhere Schichten der Atmosphäre, wo mit Wetterballons nur punktuell Daten gewonnen werden können. (red)

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