H5N1-Impfstoff aus Österreich erreicht Tests der Phase III

29. März 2007, 16:49
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Wien/Deerfield - Der US-Pharmakonzern Baxter hat am Donnerstag bekannt gegeben, dass seine Phase I/II Tests mit einer H5N1-Vakzine positiv abgelaufen ist. Der in Österreich im Baxter-Forschungszentrum in Orth/Donau (ehemals Immuno) entwickelte Impfstoff auf Zellkultur-Basis wird in wenigen Wochen in einer großen Anzahl von Probanden für die Zulassung (Phase-III-Tests) untersucht werden.

"Die Ergebnisse der Phase I/II-Studien in der Klinik (an in diesem Fall gesunden Probanden, Anm.) zeigen, dass diese Kandidat-Vakzine einen Schutz gegen verschiedene Virusstämme verursachen können. Dies erfolgte auch bei einer geringen Dosierung und ohne Adjuvans (Substanz zur Verstärkung der Immunreaktion bei Impfstoffen, Anm.)", sagte der in Fachkreisen weltbekannte britische Virologe John Oxford (Queen Mary School of Medicine, London).

Immunreaktion

Die Vakzine enthält abgetötete Vogel-Influenza-Viruspartikel (H5N1 von einem aus Vietnam kommenden Stamm/1203/2004). In den Untersuchungen zeigte sich, dass 7,5 Mikrogramm an solchen Antigenen in einer Vakzine ohne Adjuvans nach 42 Tagen (zweimalige Impfung) bei 76,2 Prozent der Geimpften zu einer Immunreaktion führte, die für einen Schutz ausreichen sollte. Das liegt im Bereich der Effektivität von normalen Influenza-Impfungen. Interessant ist, dass die Vakzine offenbar auch gegen einen anderen Vogelgrippe-Erreger-Stamm aus Hongkong (A/Hongkong/156/97) und einen etwas entfernter verwandten aus Indonesien (A/Indesia/05/05) wirken dürfte.

Jetzt geht es weiter. Oxford: "Die geplanten Phase-III-Tests an Probanden sollen jetzt einerseits die bereits erhaltenen Resultate bestätigen. Andererseits sollen sie das Potenzial der Vakzine beurteilen helfen, eine große Anzahl von Menschen im Falle einer möglichen Influenza-Pandemie zu schützen."

Die Republik Österreich hat bei Baxter 16 Millionen Dosen für einen im Falle einer Influenza-Pandemie binnen drei Monaten zu entwickelnden Vakzine bestellt. Damit sollen möglichst alle Österreich geschützt werden. Die von dem Unternehmen etablierte Zellkultur-Produktionsmethode kommt ohne sonst notwendige Hühnereier zur Kultivierung der Erreger aus. Das sollte auch die schnellere Entwicklung einer Pandemie-Vakzine erlauben. (APA)

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