Der Alpenraum im Mittelpunkt eines EU-Projekts

29. März 2007, 14:54
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ClimChAlp untersucht den Einfluss des Klimawandels und will Wissenslücke über Zusammenhänge zwischen Natur, Wirtschaft und sozialem Bereich schließen

Wien - Der Klimawandel stellt auch eine Bedrohung für die Alpen dar - Lawinen, Steinschläge oder Muren werden künftig zunehmen. Eine Untersuchung und Einschätzung des Klimawandel-Einflusses auf diese Problembereiche ist Ziel des EU-Projekts ClimChAlp (Climate Change in Alpine Areas). Teilnehmer aus sieben europäischen Alpenländern wollen bis 2008 eine gemeinsame Strategie im Umgang mit klimatischen Veränderungen erarbeiten. Am Donnerstag wurden in Wien Projektdetails vorgestellt.

Laut Herbert Formayer von der Universität für Bodenkultur wäre die alpine Umwelt besonders von der globalen Klimaänderung betroffen. Die Zahl der Tage mit geschlossener Schneedecke würde sinken, der Rückgang der Gletscher könne eine Destabilisierung von Fels- und Schuttmassen bewirken. Bezüglich des Wissens über die Zusammenhänge zwischen Natur, Wirtschaft und sozialem Bereich bestünde eine Lücke, meinte Florian Rudolf-Miklau von der Abteilung Wildbach- und Lawinenverbauung des Lebensministeriums. Ziel des Projekts sei es, diese zu schließen und entsprechende Maßnahmen zu setzen.

Szenarien

Zunächst wird versucht, Klimaveränderungen in den Alpen zu erfassen. Dazu werden einerseits Daten aus der Vergangenheit ausgewertet, andererseits Szenarien für die Zukunft erstellt. Danach sollen mögliche Auswirkungen auf die betroffenen Lebensräume abgeleitet werden. Daraus wiederum sollen Konsequenzen für den betroffenen Wirtschaftsraum, etwa im Bereich Tourismus, vorhergesagt werden. Schließlich sollen erforderliche Schutzmaßnahmen unter einheitlicher Vorgehensweise der teilnehmenden Staaten umgesetzt werden.

An dem Projekt beteiligt sind neben Österreich die Länder Deutschland, Italien, Frankreich, Slowenien, Liechtenstein und die Schweiz. Die involvierten 22 Partner kommen aus den verschiedensten Bereichen, von Universitäten über andere Forschungseinrichtungen bis hin zu Verwaltungsbehörden. Für die Initiative, die 2006 gestartet wurde und im Rahmen des EU-Programms Interreg durchgeführt wird, steht ein Budget von 3,5 Mio. Euro zur Verfügung. 230.000 Euro kommen aus Österreich. Noch 2007 soll ein Zwischenbericht vorgestellt werden, für 2008 darf ein Ergebnis, nämlich eine gemeinsame Strategie, erwartet werden. (APA)

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