Sport "gesünder" machen

29. März 2007, 11:53
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Neues Forschungszen­trum in Graz eröffnet - Med Uni und Uni Graz arbeiten gemeinsam in Bereichen Bewegungs­wissenschaften und Sportmedizin

Graz - Die Medizinische und die Universität Graz haben am Donnerstag ein "Zentrum für Bewegungswissenschaften und Sportmedizinische Forschung" eröffnet. Als eine von bisher noch wenigen Forschungseinrichtungen weltweit soll die Einrichtung die "biologisch-medizinische Sicht mit dem physikalisch-technischen Zugang und der sportwissenschaftlichen Perspektive verbinden", hieß es seitens der Hochschulen.

Vier Hauptforschungsgebiete

Am neuen Zentrum wird vor allem auf vier Schwerpunktgebieten geforscht: Physik und Biophysik menschlicher Bewegung, Körpergewicht und Körperzusammensetzung im Sport und in der Bevölkerung, Trainingstherapie bei chronischen Erkrankungen und Prävention sowie Leistungsdiagnostik und Trainingssteuerung. Leiter des Zentrums ist der Grazer Physiker, Sportwissenschafter und Trainer Wolfram Müller.

Hungern im Sport

Es habe bereits eine Reihe an Vorprojekten gegeben, erklärte Müller, der auch eine Arbeitsgruppe des Internationalen Olympischen Komitees leitet. So hat der Experte zum Beispiel durch Reglement-Änderungen im Skispringen bewirkt, dass Untergewicht für die Athleten keine Vorteile mehr bringt - denn wer zu leicht ist, bekommt nun kürzere Schi. "Damit entfällt das Hungern und der Sport wird gesünder und fairer", so Müller. Nun überlegen die Experten, wie man das "gesunde" Modell des Skispringens auf andere Sportarten übertragen könnte.

Gesundheitsvorsorge

Die Studien am Zentrum werden unter anderem vom Österreichischen Wissenschaftsfonds FWF und der Nationalbank gefördert. Die Untersuchungen würden sich nicht nur an eine "Leistungsverbesserung von Sportlern" richten, sondern "stellen auch einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsvorsorge und zur Vermeidung von Überbelastung im Spitzensport dar", erklärte Med Uni-Rektor Gerhard Franz Walter.

Die neue Einrichtung greife ein "Thema mit Gegenwartsbezug und hoher Relevanz für die Gesellschaft" auf und setze die bisherige erfolgreiche Kooperation mit der Med Uni fort, so Uni Graz-Rektor Alfred Gutschelhofer. (APA)

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