Iranische Botschaft: Britische Seeleute "in sicheren Händen"

31. März 2007, 16:55
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"Haben besseres Leben als auf riskanter Golfmission" - Analyst sieht "Gegenangriff radikaler iranischer Kräfte"

London/Wien - Die iranische Botschaft in London hat in einem Brief an die britische Regierung versichert, dass die 15 gefangenen Seeleute "bei guter Gesundheit und Kondition" seien. Sie erfreuten sich der "Fürsorge und Gastfreundschaft" des Iran, heißt es nach Angaben der britischen Zeitung "The Guardian" (Internetausgabe) in dem Schreiben. Die Mannschaft sei in "sicheren Händen" und habe nun ein "besseres Leben als bei ihrer riskanten Mission in den Gewässern des Persischen Golfes".

Der Analyst Patrick Cronin vom "International Institute of Strategic Studies" meinte unterdessen, bei der Krise handle es sich um einen "Gegenangriff" radikaler Kräfte im Iran nach Monaten des internationalen Drucks auf Teheran wegen des Atomprogramms. Diese Kräfte wollten einen Wechsel herbeiführen und in die Offensive gehen.

Staat im Staat

Es gebe Hinweise, dass die 15 Seeleute von den Islamischen Revolutionsgarden gefangen genommen und gehalten würden. Die Revolutionsgarden stellten einen Staat im Staate dar, mit eigenen Streitkräften, politischen Vertretern und eigener Hardliner-Ideologie. Der arabischsprachige iranische Fernsehsender "Al-Alam" (Die Welt), der Bilder der gefangenen Briten ausstrahlte, scheine mit den Ultra-Konservativen verbunden zu sein.

Hintergrund der Gefangennahme der Briten könnte auch das Bemühen Teherans zu sein, fünf Iraner frei zu bekommen, die im Jänner in Arbil im Nordirak von US-Truppen festgenommen worden waren. Bei ihnen soll es sich nach Angaben der USA um hochrangige Mitglieder der Revolutionsgarden handeln. Das iranische Außenministerium hat jedoch dementiert, dass es Pläne für einen Gefangenenaustausch gebe. (APA)

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