Run auf Fachhochschulen

27. Juli 2000, 10:03

Bildungsministerin übt Kritik am Privatuni- Akkreditierungsrat

Wien - Eigentlich wollte Bildungsministerin Elisabeth Gehrer am Dienstag nur über die "Erfolgsstory der Fachhochschulen in Österreich" reden. Dank der Vertagung der Zulassung von drei Privatuniversitäten durch den zuständigen Akkreditierungsrat (DER STANDARD hat berichtet) wurde dieses Gremium aber ebenso zum Thema.

Sie sei über die Arbeitsweise des Akkreditierungsrates sehr enttäuscht. Man habe die Aufgabe unterschätzt, ärgerte sich die Ministerin. Gehrer hofft, dass noch im September eine Entscheidung getroffen wird.

Gibt es bei den Privatunis noch veritable Anlaufschwierigkeiten, so laufen die Fachhochschulen (FH) bereits auf vollen Touren und erfreuen sich steigender Beliebtheit. Statistisch gesehen bewerben sich 2,6 Personen pro Studienplatz. Tendenz steigend.

Ab dem Wintersemester 2000/2001 werden rund 11.600 Ausbildungsplätze zur Verfügung stehen (1999/2000 waren es noch 9960 Studienplätze). Dafür werden 13 neue FH-Lehrgänge - Schwerpunkt wird im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien gesetzt - ins Leben gerufen. Mit 45 Millionen Schilling pro Jahr werden sie das Gehrer-Budget belasten. Das Finanzministerium hat bereits die Zustimmung erteilt. In Österreich gibt es dann 68 FH-Lehrgänge.

Den Erfolg der Fachhochschullehrgänge, so Gehrer, mache die Praxisnähe zur Wirtschaft aus. 77 Prozent der Studierenden hätten noch vor Studienabschluss ein festes Jobangebot in Händen. Nicht zuletzt dank eines verpflichtenden Praxissemesters. Die niedrige Drop-out-Rate und die einzuhaltende Studiendauer von acht Semestern seien ebenso ein großer Anreiz, Fachhochschulen zu besuchen, meinte Gehrer.

Der Vorsitzende des FH-Rates, der für die Anerkennung zuständig ist, Wolf Rauch, kündigte an, dass bis 2005 mehr als 20.000 Studienplätze zur Verfügung stehen sollen. Geplant seien auch neue Studiengänge, etwa im Sozialbereich. (pm)

Share if you care.