Europa verliert

28. März 2007, 19:37
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Artprice veröffentlichte den Rückblick auf das Jahr 2006

Gemälde spielen - ganz allgemein sowie speziell in Auktionshäusern - auf dem Kunstmarkt nach wie vor eine dominante Rolle. Die entsprechenden Fakten lieferte jetzt der von Artprice veröffentlichte Rückblick auf 2006.

Konkret liegt der Anteil an den weltweit eingespielten Umsätzen von Gemälden bei 75,7 Prozent und damit etwa auf dem Niveau von 2004 (2005: 72,4). An zweiter Stelle liegen Zeichnungen und Aquarelle mit derzeit 11,1 Prozent, den höchsten Anteil lieferte dieser Zweig im Vergleich mit den Vorjahren 2003 mit 13,2 Prozent (2005: 12,7). Den stärksten Rückgang verbucht die Skulpturensektion, noch 2002 lag er bei 10,5 Prozent, aktuell sind es 7,8 Prozent. Erstaunlich präsentiert sich das finale Ergebnis bei Fotografie. Trotz kontinuierlicher Rekordergebnisse dürfte das mittlere Preissegment rückläufig sein, nicht anders ist der seit Jahren um die zwei Prozent liegende Umsatzanteil zu verstehen.

Im Landesvergleich konnte die USA ihre Führungsrolle behaupten (45,9 Prozent), lag aber mit seinem Umsatzanteil auch schon mal höher (2004: 46,3 Prozent). Erstmals wird im Ranking der Nationen China berücksichtigt, das mit 4,9 Prozent deutlich vor traditionellen Kleinmärkten wie Deutschland (2,9 Prozent) liegt. Die Verlagerung der Geschäfte auf den amerikanischen Kontinent fand zulasten Europas statt: Auch die hier führende Nation Großbritanniens musste Einbußen hinnehmen - 2004 betrug der Umsatzanteil noch 28,4 Prozent (2006: 26,9 Prozent). Am stärksten traf es die Grande Nation: 2003 hatte man noch einen Umsatzanteil von 9,3 Prozent, 2006 schaffte man nur mehr 6, 4 Prozent.

Einen ähnlichen, wenn auch nicht ganz so schmerzhaften Rückgang, verbuchen Deutschland (2005: 3,6 Prozent; 2006: 2,8 Prozent) und Italien (2004: 3,7 Prozent; 2006: 2,8 Prozent). Details zu Österreich - dank Klimt immerhin Lieferant von Rekordkunstwerken - muss man in dem 35-seitigen Bericht suchen. Gemeinsam mit Deutschland und der Schweiz wechselten in den "Fine Art"-Auktionen 2006 82.000 Werke den Besitzer und brachten die Kassen mit 343 Millionen Euro zum Klingeln - eine deutliche Steigerung gegenüber 2005 (276 Millionen Euro) und vor allem im Vergleich zu 2001 (129 Millionen Euro). (kron / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29.3.2007)

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