Studie: Aspirin verringert Sterberisiko bei Frauen

31. März 2007, 12:00
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Mortalität soll durch moderate Einnahme um 25 Prozent sinken - Zweifel an Aussagekraft der Untersuchung bestehen

Boston - Gesunde Frauen, die eine kleine bis mittlere Menge Aspirin einnehmen, können das Risiko eines frühen Todes verringern. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie des Massachusetts General Hospital und der Harvard Medical School gekommen. Die WissenschafterInnen erforschten die Einnahme bei 80.000 Frauen über einen Zeitraum von 20 Jahren. Sie schreiben in den Archives of Internal Medicine, dass die Vorteile bei einer geringen oder mittleren Dosierung bestehen. Britische Expertinnen/Experten argumentieren hingegen, dass diese Ergebnisse anderen Studien widersprechen, die etwa vor möglichen Blutungen warnen. John Baron von der Dartmouth Medical School erklärte, dass die Women's Health Study keine Vorteile nachgewiesen habe. Für diese Studie wurden 40.000 Frauen elf Jahre lang beobachtet.

Untersuchung seit 1980

Die ForscherInnen begleiteten Frauen zwischen 35 und 60 Jahren, die an der Nurses' Health Study teilnahmen. Die Teilnehmerinnen wurden 1980 untersucht und danach alle zwei Jahre bis 2004. Zu Beginn der Studie litt keine der Frauen an einer kardiovaskulären Erkrankung oder Krebs. Bei jeder Untersuchung wurden die Teilnehmerinnen gefragt, ob sie regelmäßig Aspirin einnahmen und wie viele Tabletten sie wöchentlich schluckten. Im Verlauf der Studie nahmen fast 30.000 Frauen eine bis 14 Tabletten mit einer Dosis von 325 Milligramm wöchentlich. 5.000 kamen auf mehr als 14 Tabletten pro Woche. Bis zum 1. Juni 2004 waren 9.477 der Frauen verstorben, fast 2.000 litten an einer Herzerkrankung und 4.469 an Krebs. Jeder Todesfall wurde mit sieben oder acht anderen Frauen ähnlichen Alters in einer ähnlichen Situation verglichen.

Risiko, an kardiovaskulären Erkrankung zu sterben, verringert

Frauen mit einem geringen oder mittleren Aspirinkonsum verfügten demnach über ein um 25 Prozent verringertes Sterberisiko als jene, die nie regelmäßig Aspirin eingenommen hatten. Der Einsatz von Aspirin verringerte das Risiko, an einer kardiovaskulären Erkrankung zu sterben um 38 Prozent und das Risiko einer tödlichen Krebserkrankung um zwölf Prozent. Große Mengen von Aspirin schienen keine gesundheitlichen Vorteile zu bringen. Der leitende Wissenschafter Andrew Chan erklärte, dass die Einnahme von Aspirin für die Dauer von ein bis fünf Jahren mit einer deutlichen Verringerung der kardiovaskulären Mortalität in Zusammenhang stand. Eine deutliche Verringerung des Krebsrisikos konnte erst nach zehn Jahren festgestellt werden. "Die Vorteile der Einnahme beschränkten sich auf kleine bis mittlere Mengen und waren bei älteren Teilnehmerinnen und jenen mit einem höheren Herzrisiko deutlich größer."

Keine Aufforderung, Apsirin zu schlucken

Laut den ForscherInnen gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, wie Aspirin schützend wirken kann. Dazu gehören unter anderem das Verhindern von Entzündungen und der Schädigung von Zellen durch den Kontakt mit Sauerstoff. Da die Studie Frauen untersuchte, die sich für oder gegen eine Einnahme entschieden und es sich nicht um eine klinische Studie mit zufälliger Streuung handelte, sollten die Ergebnisse laut BBC nicht andeuten, dass alle Frauen Aspirin schlucken sollten. Weitere Studien seien erforderlich, um die Wirkung des Medikaments zu erforschen. (pte)

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    Britische ForscherInnen widersprechen der US-Studie, die Aspirin mortalitätssenkende Wirkung bei Frauen attestiert.
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