Ronacher-Umbau dehnt sich weiter

28. März 2007, 14:35
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Sparmaßnahmen der "Funktionssanierung" ergaben: Kein aufklappbares Dach, Eröffnung erst Sommer 2008

Wien - Die "Funktionssanierung" des Wiener Etablissements Ronacher schreitet zügig voran, doch wurden Umplanungen und weitere Termin-Verschiebungen notwendig. Das bestätigte Architekt Gerhard Wallner, der mit der Architektur Consult ZT GmbH unter der Federführung von Günther Domenig den Wettbewerb für den Ronacher-Umbau gewonnen hatte, auf Anfrage. "Das flexible Dach ist dem Sparstift zum Opfer gefallen", so Wallner, der gleichzeitig betont: "Wir sind im geplanten Budget." Durch diverse Verzögerungen werde die Eröffnung, die ursprünglich für Herbst 2007, dann für Februar 2008 avisiert worden war, nun wahrscheinlich erst im Juni, sicher jedoch im Sommer 2008 stattfinden können.

Keine Freiluftbühne

Der Dachausbau, der rund 25 Meter breit und 60 Meter hoch ist und die ursprüngliche Höhe des 1884 abgebrannten und danach nicht mehr in der ursprünglichen Größe rekonstruierten Daches erreichen wird, hätte ein aufklappbares Dach aufweisen sollen. Um die attraktive Freiluftbühne über den Dächern der Wiener Innenstadt zu ermöglichen, wäre allerdings eine gefinkelte Konstruktion notwendig gewesen. Nicht Statik-Probleme, sondern Einsparungen seien der Grund gewesen, sich nun für ein fixes Dach zu entscheiden, so Wallner. Keine Änderung gibt es dagegen an der vorgesehenen Nutzung der Räume unter dem Dach: Hier soll eine Probebühne mit annähernd derselben Grundfläche wie die Hauptbühne entstehen, bei einer Bespielung als Studiobühne sollen rund 100 Zuschauer Platz finden.

Auch in den Kellergeschossen seien Räume eingespart wurden, heißt es, hier habe es schwierige Unterfangungsarbeiten sowie archäologische Funde gegeben. Doch bei Schnürboden, Bühnenmaschinerie und leichterer Beschickung der Bühne mit Kulissen seien keine Abstriche gemacht worden, versichert der Architekt: "Die wesentlichen in der Wettbewerbs-Ausschreibung enthaltenen Punkte bleiben erhalten."

Die Kosten für den Umbau des 1872 erbauten Hauses sind mit 34,1 Mio. Euro veranschlagt. Weil sich die gewählte Finanzierung mittels Krediten aber über 15 Jahre erstreckt, müssen im Endeffekt 46,8 Mio. Euro von der Stadt Wien locker gemacht werden. Das Geld dafür kommt aus dem Finanz- und nicht aus dem Kulturressort der Stadt. Künftig soll das Ronacher den Vereinigten Bühnen Wien (VBW) als zweite Hauptbühne neben dem Raimund-Theater dienen. Bereits in den 1990er Jahren hatte es konkrete Umbaupläne von coop himmelb(l)au gegeben. Diese wurden jedoch letztendlich nicht verwirklicht. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Geplanter Dachausbau des Architekten Günther Domenig.

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